Rente Rechenbeispiele
Du musst nicht viel zurücklegen, damit es sich später rechnet | Foto: Thinkstock/lzf

25.10.2016

Altersvorsorge Indexfonds

Die Rente ist tot! Es lebe die Rente!

Ein "Rezept" für die Altersvorsorge

Erster Job nach Studium bzw. Ausbildung: Endlich mal richtig Geld verdienen und alles kaufen, was man schon lange auf der eigenen Wunschliste hatte. Altersvorsorge? Sorry ... mehr »

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26. Okt 2016

Gastbeitrag

Geld

An die Rente denken? Vielleicht uncool – aber echt lohnenswert!

Je früher man mit der Altersvorsorge anfängt, umso besser!

Warum jetzt schinden und Dinge entbehren, wenn man die Früchte sowieso erst in ferner Zukunft ernten kann? Und so schieben wir die gute Absicht vor uns her: "Na gut, dann halt nächsten Sommer. Nächsten Sommer bin ich dünn. Wirklich!" Was bei der Diät die ersten Sonnenstrahlen sind, ist bei der Altersvorsorge der kalte Wintertag. Auf diesen warten wir, um uns endlich aufzuraffen und uns damit zu beschäftigen. Zu dumm nur, dass die Winter in letzter Zeit so warm geworden sind...

Was wir bei beidem ausklammern: Es geht nicht darum, die Radikal-Diät zu starten oder Hunderte von Euro jetzt zu entbehren, nur damit es uns später mal besser geht. Tatsächlich geht es nur um zwei Punkte: Mit kleinen Schritten anfangen und dann vor allem – durchhalten. Denn: Zwei Wochen beim Essen auf alles zu verzichten, bringt genauso wenig, wie zwei Monate hohe Summen fürs Alter zurücklegen.

Warum ist es denn eigentlich so wichtig, das Thema Altersvorsorge nicht von Jahr zu Jahr zu schieben? Ganz einfach: Je früher man anfängt, desto besser. Denn: Man nutzt die Kraft des Zinseszinseffektes.

Langfristig betrachtet macht der Zinseszinseffekt einen gewaltigen Unterschied

Nehmen wir an, man legt – sagen wir bis zum 65. Lebensjahr – 50 Euro pro Monat zur Seite und erwirtschaftet damit durchschnittlich 5 Prozent Zinsen bzw. Rendite pro Jahr. Möchte man erstmal ein paar Jahre aus dem Vollen schöpfen und startet erst mit 35 Jahren, erwirtschaftet man über die verbleibenden 30 Jahre aus insgesamt 18.000 eingezahlten Euro einen Endbetrag von knapp 41.000 Euro.

Ganz anders sieht es aus, wenn man schon mit 20 Jahren startet: Dann werden in 45 Jahren aus insgesamt eingezahlten 27.000 Euro gute 98.000 Euro.

Man stellt also fest: Der Unterschied des Betrages, den man unterm Strich über all die Jahre einzahlt, ist gar nicht mal so groß. Schaut man sich allerdings den Betrag an, der am Ende jeweils zusammengekommen ist, dann ist der Unterschied gewaltig.

Noch heftiger wird der Unterschied übrigens, wenn man zu den Glücklichen gehört, deren Eltern seit der eigenen Geburt monatlich etwas für einen zur Seite gelegt haben. Dann liegen da zum Renteneintritt nach 65 Jahren bei 5 Prozent Durchschnittsrendite pro Jahr sage und schreibe gute 280.000 Euro, obwohl nur knapp 40.000 Euro eingezahlt wurden. Die 90-jährigen Eltern wird’s freuen.

Es gibt gute Alternativen zum Tagesgeldkonto

Jetzt wird der schlaue Leser einen Einwand bringen – nämlich: Wie die Kraft des Zinseszinses nutzen, wenn die Zinsen doch so niedrig sind? Und Recht hat er, auf dem Tagesgeldkonto gibt es so gut wie keine Zinsen mehr. Daher: Gerade als junger Mensch mit langem Zeithorizont MUSS man sich heute nach Alternativen umschauen. Infrage kämen zum Beispiel breit gestreute Aktien-Sparpläne. Diese bringen – langfristig und durchschnittlich betrachtet – immer noch ordentliche Renditen und sind – wenn breit gestreut – grundsolide.

Und ja, es mag sich kleinkariert anhören: Den inneren Schweinehund überwinden, den ersten Schritt einfach mal machen und dann gilt nur eins: dabei bleiben. Kontinuität zahlt sich aus – bei der Diät wie auch bei der eigenen Altersvorsorge.


Sebastian Tonn

Mehr über unseren Experten Sebastian Tonn

Sebastian Tonn ist Autor des Ratgebers "1x Rente bitte! Die große Portion!" (FinanzBuch Verlag, 9,99 Euro). Mit seinem Web-Projekt anyonecan.de  und seinem YouTube-Kanal "AnyoneCan (Sebastian Tonn)" möchte er den Normalbürger fit in Sachen eigene Finanzen machen.

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