Im Alter wichtig: Die richtige Altersvorsorge
Wer vorsorgt, hat im Alter eventuell mehr Spaß am Leben | Foto: Thinkstock/Digital Vision
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15. Mai 2015

Anika Rekers

Geld

Die Suche nach der richtigen Altersvorsorge

Ein Erfahrungsbericht

Für das Alter vorsorgen: warum nicht?

Der Gedanke an eine ungewisse Zukunft macht jedem Menschen Angst. Ein bisschen Geld zurücklegen fürs Alter, das wäre doch was. Mein Studentenjob bringt mir momentan gute 450 Euro, die vollkommen ausreichend sind. Ich wohne noch bei Mama, die Miete ist also bezahlt. Der Rest geht für das Leben an sich drauf.

Warum also nicht mal ein Wochenende im Monat weniger weggehen und das gesparte Geld zur Seite legen? 50 Euro könnte ich abgeben, denke ich. Und mache mich im Internet auf die Suche nach geeigneten Anbietern für eine Altersvorsorge.

Die Zahl der Ergebnisse bei diesem Suchwort macht mir fast mehr Angst als meine ungewisse Zukunft. Trotzdem suche ich mir drei Anbieter heraus:

Um einen genauen Eindruck zu bekommen, gehe ich zu meiner Hausbank, einem auf Studenten spezialisierten Anbieter und einem privaten Versicherungsbüro. Die beiden letzten versprechen Unabhängigkeit von Versicherungsunternehmen und deshalb eine neutrale Sicht.

Besuch beim Versicherungsmakler

Zu meinem Gespräch mit dem Versicherungsmakler mache ich mich schick. Er soll schließlich nicht denken, ich wäre eine gammelige Studentin. Als ich den Herren treffe, frage ich mich, wer nun eigentlich wen beraten soll: Im Gegensatz zu mir hat er sich am Morgen wohl keine Gedanken über seine Garderobe gemacht. Auch das Gespräch verläuft eher flapsig. Sollte mich das misstrauisch machen?

Andererseits kann ich ihm und seinen Ausführungen gut folgen. Und das, obwohl ich bei Vertragsfragen und Finanzen sonst Papa vorschicke. Aus dem Gespräch gehe ich ohne Angebote und Unterlagen, dafür mit dem Versprechen, diese würden mir innerhalb der nächsten Tage zugeschickt.

Das Erlebnis im Versicherungsbüro

Als das passiert, bin ich geschockt: viele Tabellen und Zahlen, von denen ich nicht eine verstehe. Bei der zweiten Firma halte ich mich mit dem Outfit zurück und es kommt, wie es kommen muss: Das ganze Büro voller Anzugträger.

An die nächsten zwei Stunden erinnere ich mich nur vage. Eine PowerPoint-Präsentation soll wohl von der fehlenden Empathie des Beraters ablenken. Dieser will mich im folgenden Gespräch davon überzeugen, dass 50 Euro als Einsatz nicht reichen werden.

Nach zwei Stunden verlasse ich das Gebäude mit Kopfschmerzen und muss mir erstmal eine rauchen, ganz gleich, ob ich dafür bei einer Berufsunfähigkeitsversicherung vielleicht mehr zahlen müsste.

Lieber der Hausbank vertrauen?

Bei meiner Hausbank finde ich eine gute Mischung aus den beiden vorhergehenden Gesprächen: Der Herr trägt Anzug, spricht meine Sprache und entlässt mich mit einem auf mich persönlich zugeschnittenem Angebot und einer Tüte voll mit Unterlagen.

Unterschrieben habe ich aber trotzdem bisher keinen von den mir empfohlenen Verträgen. Ich will lieber vorher noch mal mit Papa sprechen.


Tipps fürs Beratungsgespräch:

  • Vor einer ersten Beratung: Schau dir im Internet die verschiedenen Angebote der Unternehmen an. Mach dir schon im Vorfeld Gedanken, welche Absicherung du eigentlich willst und was du bereit bist, dafür zu investieren. Kläre, was für Versicherungen und Anlagen du bereits hast. Frag am besten deine Eltern, um sicher zu sein. Wenn du Unterlagen von bereits bestehenden Versicherungen und Geldanlagen hast, kannst du diese mitnehmen und überprüfen lassen. Diesen Service übernehmen Versicherungsmakler.
  • Während des Gespräches: Es sollte damit beginnen, dass sich der Berater förmlich vorstellt – mit Namen, Berufsbezeichnung, Auftraggeber und auch der Art der Registrierung im Versicherungsvermittlerregister. Als nächstes sollte er sich ein Bild davon machen, wie deine aktuelle Lebenssituation aussieht, und was du eigentlich von deiner Vorsorge erwartest. Beim ersten Gespräch sollte der Anbieter deine Basis-Versicherungen (Haftpflicht, etc.) abfragen.

Während des Gespräches solltest du das Gefühl haben, dem Berater vertrauen zu können. Er sollte auf deine persönlichen Bedürfnisse eingehen und das Gespräch vor allem so führen, dass du ihn versteht. Ansonsten: Nachfragen!

Will der Berater dir ein individuelles Angebot machen, so muss er auch nach deinen Wünschen für die Zukunft fragen. Willst du irgendwann ein Haus? Kinder? Hier sind keine konkreten Pläne gefragt, sondern deine groben Lebensziele. Nach der Beratung solltest du ein individuelles Protokoll des Gespräches erhalten, in dem deine Wünsche und die erfolgten Angebote vermerkt sind.

Beratung: Susanne Meunier, FINANZtest

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