Fahrraddiebstahl Tipps
Fahrradschloss, Versicherung & Co.: Mach dein Rad sicherer! | Foto: unsplash.com/Anthony Ginsbrook
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11. Jul 2017

Nina Weidlich

Freizeittipps

Fahrraddiebstahl: So kannst du dich schützen

Zur Vorsorge: Das richtige Fahrradschloss finden

Leicht, günstig und sicher: Das perfekte Fahrradschloss gibt es leider nicht. Wer sein Fahrrad effektiv schützen will, muss immer auch Kompromisse eingehen und vor allem ein bisschen Geld in die Hand nehmen.

Die Polizeiliche Kriminalprävention der Länder und des Bundes empfiehlt, für das Schloss ungefähr 10 Prozent des Fahrradpreises auszugeben. Um ein sicheres Schloss zu finden, solltest du laut der Beratungsstelle der Polizei vor allem auf geprüfte Qualität achten.

Dabei gibt es zum einen herstellereigene Rankings, die ihren Produkten unterschiedliche Sicherheitsstufen zuweisen. Das dient zumindest bei etablierten Marken wie Abus oder Trelock der Orientierung, verlässlicher ist aber eine Zertifizierung des Verbands für Schadenversicherer (VdS). Denn als unabhängige Prüfstelle ist der Verband besonders glaubwürdig –  auch Versicherungen und die Polizei lassen sich von dem VdS beraten. Bist du gegen Fahrraddiebstahl versichert, kann der Versicherer unter Umständen sogar voraussetzen, dass dein Rad mit einem VdS-anerkannten Schloss abgesichert ist. 

Aber welches Schloss soll es denn nun sein? Die Auswahl an Fahrradschlössern unterschiedlichster Preiskategorien ist riesig. Wir haben für dich die gängigsten Schlosstypen verglichen.

Das Bügelschloss

Das Bügelschloss gilt als die sicherste Variante, dein Rad zu schützen. Da sie meist aus sehr robustem Material gefertigt sind, kann der Dieb sie nicht "mal eben" auf offener Straße mit dem Bolzenschneider durchtrennen.

Der Nachteil: Bügelschlösser sind zwar flach und passen dadurch ganz gut in den Rucksack, aufgrund ihres hohen Gewichts aber nicht besonders handlich. Außerdem sind die Schlösser starr, das heißt, dass du sie meist nicht an einem Baum oder einer Laterne anbringen kannst. Beim Abschließen deines Rads bist du also auf spezielle Fahrradständer oder schmale Geländer angewiesen.

Das Kettenschloss

Dadurch, dass Kettenschlösser ziemlich klobig und schwer sind, sind sie zur Abschreckung von Dieben besonders gut geeignet. Zwar bieten sie einen nicht ganz so verlässlichen Schutz wie Bügelschlösser, dafür sind sie aber deutlich flexibler und können auch problemlos an Laternen angebracht werden. Auch das Sichern von mehreren Fahrrädern ist mit einem längeren Kettenschloss möglich. Großes Manko bleibt aber auch hier das Gewicht: Beim Transport können die schweren Schlösser Probleme bereiten.

Das Faltschloss

Das Faltschloss eignet sich gut als Kompromiss zwischen dem starren Bügelschloss und dem schweren Kettenschloss. Durch die Falttechnik ist es nicht nur flexibel, sondern kann auch wie ein Zollstock zusammengeklappt und bequem am Fahrradrahmen festgemacht werden.

Das Rahmenschloss

Das Rahmenschloss blockiert das Rad und eignet sich damit bestenfalls als Wegfahrsperre für kurze Stopps, denn an feststehenden Objekten kannst du es nicht anbringen. Das Schloss wird fest am Rad verbaut – du hast es also immer mit dabei. Trotzdem lohnt es sich allenfalls als Zusatz- oder Notfallsicherung, wenn du dein anderes Schloss Zuhause vergessen hast.

Das Spiralkabelschloss

Einfache Spiralkabelschlösser sieht man trotz ihrer geringen Sicherheit an ziemlich vielen Fahrrädern. Da sie leicht, flexibel und günstig sind, werden sie gerne eingesetzt. Für Diebe ist es aber ein Leichtes, die dünnen Kabel durchzuschneiden und das Rad mitgehen zu lassen. Deshalb sollte auch das Spiralkabelschloss höchstens als zusätzlicher Schutz dienen.

Die Fahrradschlösser der Zukunft: SmartLock und Skunklock

Die Digitalisierung macht auch vor der Fahrradbranche nicht Halt: Sogenannte SmartLocks können mit dem Smartphone verbunden werden und entsperren das Schloss per NFC oder Bluetooth Technologie. Auf dem deutschen Markt konnten sich die intelligenten Schlösser allerdings noch nicht wirklich etablieren – mit Preisen ab 100 Euro aufwärts sind sie immerhin auch teurer als so manches Studentenrad.

Eine technikfreie, aber nicht weniger smarte Lösung ist das Skunklock eines amerikanischen Erfinders. Sobald jemand versucht, das Bügelschloss gewaltsam aufzubrechen, tritt ein stinkendes Gasgemisch aus. Das Gas soll beim Dieb nicht nur Brechreiz auslösen und ihn damit in die Flucht schlagen, sondern erschwert ähnlich wie Pfefferspray auch Sicht und Atmung. Über die Crowdfunding Webseite Indiegogo konnte der Gründer bereits über 67.000 US-Dollar für seine stinkende Idee sammeln – verkauft werden die Schlösser über die Plattform für umgerechnet rund 100 Euro.

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Was sonst noch hilft: Die Codierung      

Bei der Codierung wird eine individuelle Buchstaben- und Zahlenkombination in den Rahmen deines Fahrrads eingraviert. Das hilft zum einen der Polizei dabei, dich als Eigentümer des Rads zu ermitteln. Zum anderen schreckt es Diebe ab, da ein codiertes Fahrrad in der Regel schwieriger weiterverkauft werden kann – zumindest auf dem Schwarzmarkt. Willst du dein Rad irgendwann einmal privat verkaufen, kannst du die Codierungspapiere an den Käufer weitergeben.

Die Gravur – oder in einigen Fällen auch ein spezieller Aufkleber – kannst du beim Fahrradhändler, im Fahrradclub oder bei der Polizei machen lassen. Mit einem Preis von bis zu 15 Euro ist die Codierung ein relativ günstiges Mittel, dein Fahrrad vor Diebstahl zu schützen.


TippZusätzlich zur Codierung bietet die Polizei-Beratung die kostenlose "Fahrradpass-App" an. Damit kannst du auf deinem Smartphone die Rahmennummer deines Fahrrads, den Codierungscode und deine Anschrift abspeichern. Auch eine Beschreibung des Rads, Infos zu Fahrradtyp und –hersteller und sogar Fotos können hier hinterlegt werden. In der App kannst du so alle Infos bündeln, die beim Verlust deines Fahrrads für die Polizei hilfreich sind.


Für ganz Vorsichtige: Die Fahrradversicherung

Wenn du auf Nummer sicher gehen willst, kannst du dein Fahrrad zusätzlich zu Schloss, Codierung & Co. auch noch mit einer Versicherung schützen. Die Hausratversicherung deckt den Fahrraddiebstahl nur ab, wenn das Rad aus den eigenen vier Wänden gestohlen wuden.

Möchtest du, dass dein Fahrrad auch unterwegs versichert ist, musst du eine sogenannte Fahrradklausel abschließen. Je nach Tarif können dir dann Neuwert, Istwert oder ein Anteil des Radpreises erstattet werden.

Aber Vorsicht: Manche Fahrrad-Zusatzversicherungen gelten nur tagsüber ("Nachtklausel"). Achte also am besten darauf, dass dein Versicherungsschutz rund um die Uhr greift. Wenn du noch über deine Eltern mitversichert bist, kann es übrigens sein, dass die Fahrradklausel für dich nicht gültig ist. Am besten hakst du dazu bei eurer Familienversicherung nach.

Generell gilt aber: Rechne aus, ob sich die Höhe der Versicherungssumme bei dem Wert deines Fahrrads überhaupt lohnt. Vielleicht bist du sogar besser beraten, wenn du das Geld gleich in ein gutes und sicheres Schloss investierst.

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