Jana Wind, wie wird man Fashion Bloggerin?
Fashion Blogger wie Jana Wind kommen viel rum | Foto: bekleidet.net
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31. Aug 2015

Merel Neuheuser

Apps & Internet

Traumjob Fashion Blogger – so startest du durch!

Bloggerin Jana Wind verrät, wie's geht

So fängt als Fashion Blogger alles an …

Ich war früher viel in Modeforen unterwegs, in einer Nacht- und Nebel-Aktion habe ich dann 2009 meinen eigenen Blog bei www.blogger.com gestartet und mir spontan den Namen "bekleidet" überlegt. Die meisten Blogger fangen mit diesem Dienst an, da man dort auch mit wenigen Vorkenntnissen starten kann. Zu Beginn habe ich mir noch gar nicht viele Gedanken über den Content gemacht, sondern mit der Digicam abfotografiert, was ich eben bei H&M gekauft habe, und das dann hochgeladen.

So wird man professionell …

Irgendwann wechselt man dann zu einem selbstgehosteten Blog, meist über Wordpress. Ich habe versucht, den Import selber durchzuführen, aber ziemlich schnell aufgegeben. Damals hat mir ein Kumpel geholfen, heute übernimmt dies eine Agentur für mich. Wenn man mit Wordpress arbeitet, kann man sich für ein vorgefertigtes Design entscheiden und dieses dann anpassen lassen. Mir war ein einfaches Design wichtig und ich mag den Magazinstil. Irgendwann hat mir eine Firma kleine Schlüsselanhänger geschickt. Darüber habe ich mich damals total gefreut, aber wusste gar nicht, warum! Später habe ich dann gemerkt, dass mein Blog eine Werbeplattform ist und man damit Geld verdienen kann.

So viel technische Arbeit steckt dahinter …

Dank der Oberfläche von Wordpress kann ich Texte und Fotos ziemlich einfach auf meinen Blog hochladen und glücklicherweise nichts kaputt machen. Kleinere Design-Elemente wie Schriftart oder Header ändere ich auch selber mal, alle anderen Änderungen übernimmt die Agentur.

So sieht der Berufsalltag eines Fashion Bloggers aus …

Man denkt immer, dass das Leben von Fashion-Bloggern superglamourös ist. Tatsächlich sitze ich die größte Zeit am PC und bearbeite Beiträge, pflege die Social-Media-Kanäle, beantworte Massen an E-Mails oder mache Steuerkram. Selbst wenn man unterwegs ist, sitzt man die Hälfte der Zeit drinnen vor dem PC. Dafür kann ich mir meine Arbeitszeit selber einteilen. Je nach Lust auf die jeweilige Arbeit fängt man direkt morgens an oder schiebt die Arbeit bis abends spät auf. Der Nachteil ist, dass man nie Feierabend hat. Der Vorteil ist, dass ich mir auch mal drei Stunden Pause gönnen und rausgehen kann, ich arbeite nämlich von zuhause aus. Dort habe ich alles da: Essen, Katzen, einen Balkon – eigentlich den perfekten Arbeitsplatz.

So wichtig ist Social Media …

Ich bin bei fast allen Social-Media-Kanälen unterwegs, aber nicht bei allen gleich intensiv. Den Großteil des Contents kann man ja mehrfach nutzen. Das Nonplusultra ist aktuell Instagram! Ich habe das Gefühl, Agenturen achten nur noch auf Instagram-Follower. Ich könnte mir aber vorstellen, dass Instagram bald nicht mehr wichtig ist und alle nur Snapchat interessiert. So war das früher auch mit Facebook, heute interessiert das niemanden mehr!

So kommt man an die Kleidung …

Jeden Tag bekomme ich mehrere Pakete. Darunter sind Sachen, die ich mir aussuchen konnte, oder auch Sachen, die mir einfach zugeschickt werden. Manchmal sind die überhaupt nicht relevant für den Blog. Theoretisch bräuchte ich mir selber gar nichts mehr zu kaufen, auch, weil man von allen Seiten Gutscheine bekommt. Aber da man die ganze Zeit in entsprechenden Webshops unterwegs ist, kauft man auch noch vieles selber.

So verdient man als Fashion Blogger Geld …

Zuerst habe ich den Blog neben meinem Freiraumplanungs-Studium betrieben, jetzt mache ich das hauptberuflich und komme gut über die Runden. Das läuft so: Ich bekomme per Mail Anfragen von Unternehmen oder Agenturen, ob ich Interesse habe, ein bestimmtes Produkt vorzustellen. Ich sage dann ja oder nein und verhandle den Preis. Zu Beginn ist es nicht ganz einfach. Wenn man noch nicht viele Angebote bekommt, läuft man Gefahr, dass man etwas bewirbt, hinter dem man gar nicht steht – und das nehmen einem Leser echt übel. Deshalb ist es zu Beginn auch sinnvoll, einen Nebenjob zu haben. Mittlerweile habe ich das Glück, dass ich mir die Aufträge aussuchen kann. Advertorials* sind nur ein kleiner Teil von dem, was ich schreibe. Man kann aber immer sehen, ob ich etwas gekauft habe oder nicht. Das markiere ich mit einem Sternchen.

* Eine Kreuzung aus den englischen Wörtern "Advertisement" und "Editorial", also eine Werbeanzeige, die aussieht wie ein redaktioneller Beitrag.

So viel muss man können …

Gute Fotografie ist wirklich wichtig und das mache ich selber. Außer, wenn ich auf dem Foto zu sehen bin – dann machen das mein Freund, Fotografen oder befreundete Blogger. Gute Kameras sind mittlerweile gar nicht mehr teuer. Für die Bildbearbeitung nutze ich Photoshop, aber es gibt auch Blogger, die das ausschließlich mit Webdiensten machen. Und dann schreibe ich noch meine Blogeinträge, auch die englischen.

So geht's weiter …

Ich bin sehr zufrieden, wie es gerade für mich läuft. Aber ich könnte mir vorstellen, später einmal Blogger-Relations für Modeunternehmen zu machen.


Fashion Blog "Bekleidet.net"

Screen von bekleidet.netNeben Fashion-Tipps zeigt Jana auf ihrem Blog auch tolle Posts zu Reisen und Interieur. Unter "bekleidet" findest du sie auch in sämtlichen sozialen Netzwerken. Ihre Facebook-Seite hat mehr als 14.000 Likes, ihr Twitter-Kanal mehr als 4.600 Follower und bei Instagram hat sie über 79.300 Abonnenten.

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