Simon Gosejohann über Studium und Handwerk
Auch im Handwerk verbreitet Simon Gosejohann gute Laune | Foto: ZDH - Mayr
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29. Okt 2012

Janina Finkemeyer

Promis

Simon Gosejohann im Interview

-ARCHIV-

Vom Klassenclown zum Industriekaufmann zum Comedian

"Bei einer Ausbildung lernt man fürs Leben"

UNICUM: Du hast nach dem Abi eine Ausbildung zum Industriekaufmann gemacht. War das nicht so dein Ding oder wie kam es, dass du dann in der Comedy-Branche gelandet bist?
Simon Gosejohann: 1995 gab es den Beruf des Comedian im Prinzip so noch gar nicht. Ich war mir also gar nicht sicher, ob ich das, was ich am liebsten mache, überhaupt finden würde. Also lernte ich erst einmal was Solides, wie man so schön sagt. So wurde ich Industriekaufmann. Später folgte dann ein Praktikum beim Musiksender VIVA. Bis heute hilft mir das in vielen Lebenslagen. Egal, welche Ausbildung man auch macht, man lernt immer für's Leben. Papa Gosejohann hat gesprochen.

Ist der Job als Comedian dein Traumjob?
Comedy nicht unbedingt, TV-Unterhaltung allgemein schon. Sie ist so schön bedeutungslos wichtig, kurzweilig lahm, oberflächlich tiefsinnig, erfrischend, dumm und klug. Unterhaltung darf alles, nur nicht langweilen. Dann wird mein Job auch nicht langweilig.

In der Schule eher der Klassenclown

Warst du in der Schule der Klassenclown, ein Strebertyp oder ein unauffälliger Schüler?
Grob war das schon die Clown-Richtung. Sämtliche Häme, unsichere Situationen und Emotionen habe ich versucht, in Witze zu verpacken. Nur fiel mir früh auf, wie dämlich das ist und so war ich sicher auch mal zwischendurch ein nachdenklicher Schüler, um mich dann wieder neuem Quatsch zu widmen.

Du bist das Gesicht des Wettbewerbs "Die Super-Könner". Junge Nachwuchs-Handwerker können dabei zeigen, welche kreativen Ideen sie haben und was alles mit ein bisschen handwerklichem Know-how entstehen kann. Wie sehen deine handwerklichen Fähigkeiten aus?
Die sind eher bescheiden, wie man auch in den "Super-Könner"-Videos sehen kann. Ich bin froh, dass ich echte Handwerks-Profis an meiner Seite habe, die mir zeigen, wo es lang geht. Ohne fremde Hilfe kann ich gerade einmal eine Schraube in die Wand drehen – natürlich nachdem ich das passende Loch gebohrt habe. Das war’s aber auch schon. Ohne handwerkliche Hilfe säßen wir auch bei unseren TV-Produktionen sprichwörtlich im Dunkeln. Ohne Maske, Licht, Bühnenbild und passende Klamotten sähe ich wahrscheinlich ganz schön alt aus. Ein paar Tricks und Kniffe habe ich mir bei den "Super-Könnern" inzwischen aber schon abgeschaut.

"Beim Handwerk ist auch Köpfchen gefragt!"

Was fasziniert dich an handwerklichen Berufen und warum sind diese Berufe so wichtig?
Ganz einfach: Ohne das Handwerk läuft einfach nichts zusammen. Wenn ich zum Friseur gehe, ein Buch in der Hand halte oder einfach nur das Licht anschalte – überall haben Handwerker ihre Finger im Spiel. Und bei vielen Berufen ist nicht nur Muskelkraft, sondern auch Köpfchen gefragt. Viele Jugendliche wissen das aber nicht. Viele halten das Handwerk immer noch für verstaubt und altbacken. Aus diesem Grund engagiere ich mich seit mehr als zwei Jahren für das Handwerk. Die Möglichkeit, mit dem Handwerk auf Tuchfühlung zu gehen und unterschiedliche Gewerke auszuprobieren, hat mich wirklich sehr gereizt.

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