Jaden Smith in After Earth
In "After Earth" spielte Jaden erneut neben seinem Vater | Foto: Sony Pictures
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22. Mai 2013

Rüdiger Sturm

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Jaden Smith: Nur der Sohn seines berühmten Vaters?

Der Jungschauspieler im Interview

"Mein Vater ist mein Vater"

UNICUM: Gab es je einen Moment, in dem du es satt hattest, als "der Sohn von Will Smith" behandelt zu werden?
Jaden Smith: Es hat mich immer wütend gemacht, aber nach "Karate Kid" haben die Leute aufgehört, mich so zu nennen. Jetzt heißt es eher: "Mein Vater ist mein Vater", und die Leute kommen wegen mir selbst auf mich zu. Irgendwie ist "After Earth" in der Hinsicht die Geschichte meines Lebens. Wie der Hauptcharakter habe ich immer im Schatten meines Vaters gelebt. Am Ende hat er das überwunden, genauso wie ich.

Du wirst wahrscheinlich die meiste Zeit mit deinem Vater verbringen. Wird dir das nicht manchmal ein bisschen zu viel?
Nein, das ist cool. Ich hatte nie eine andere Wahl, deswegen weiß ich nicht, wie es anders wäre. Ich verbringe aber wahrscheinlich weniger Zeit mit meinem Vater, als es andere Kinder tun, weil er immer unterwegs ist. Und eigentlich mag ich es, mit ihm am Set zu sein.

Es gibt eine sehr emotionale Szene im Film, in dem du deinem Vater sagst, dass du nicht aufgeben wirst und, dass du seine Befehle nicht ausführen wirst. Musstest du dich davon danach erholen?
Nein. Normalerweise reden mein Vater und ich darüber, wenn ich mich auf eine Szene vorbereite, vor allem wenn es um dramatische Dinge geht. Aber wenn ich mit der Szene durch bin, bin ich fertig. Wenn ich in einer Szene geweint habe, brauche ich keine Umarmung.

Wie hat sich die Spieldynamik zwischen dir und deinem Vater von "Das Streben nach Glück" zu "After Earth" entwickelt?
Während "After Earth" war es eher eine Zusammenarbeit.  Es ging mehr darum, was wir beide wollten, anstatt um "mach das, das und das".

Kann man sagen, dass du in die Fußstapfen deines Vaters trittst?
Ich spüre, dass ich auch Dinge über Filme und Kino hinaus tun kann. Ich kann der Welt mehr helfen. In zwanzig Jahren wird niemand mehr in Kinos gehen, jeder wird die Filme einfach nur auf seinem Iphone sehen. Die Musikindustrie ist kaputt – weil die Leute Musik illegal downloaden können und so nicht mehr kaufen. Das wird mit dem Kino passieren. Die Leute werden die Filme nur noch Zuhause ansehen. Die Kinos werden aussterben. Ich werde meinen Kindern sagen: "Wir gingen damals immer ins Kino, ihr verpasst was! Das war das Coolste, was es gab". Ich selber werde aber nie aufhören, ins Kino zu gehen.

"Ich schreibe viele Gedichte über Liebe"

Was tust du, um die Umwelt zu retten?
Zuhause trinken wir nur aus Flaschen, die man wiederverwenden kann. Wir benutzen kein Plastik, wir recyceln alles, wir haben einen Kompost für das Essen, das wir nicht brauchen und wir nutzen Solarenergie. Und ich will andere Leute dazu ermutigen, dasselbe zu tun. Die Welt braucht eine Stimme, weil sie im Moment in einer sehr schweren Situation steckt. Deswegen ist es wichtig, dass "After Earth" so eine starke Botschaft über unsere Umwelt hat. Meiner Meinung nach machen sich Kinder da zu wenig Gedanken. Wenn wir jemanden hätten wie mich, der bereit ist zu sagen "Hey, wir müssen etwas dagegen tun", dann denke ich könnten wir die Welt tatsächlich retten.

Du unterscheidest dich sehr von Kindern in deinem Alter. Kannst du dich überhaupt mit ihnen identifizieren?
Absolut. Die Leute denken, nur weil ich in L.A. lebe, trinke ich dauernd Vitamine und esse Grünzeugs. Was ich auch tue. Aber ich bin ziemlich normal. Ich mag es zum Beispiel mit meinen Freunden zu skaten. Es ist nur so, dass mir viel mehr im Kopf herumgeht, was man mir vielleicht nicht ansieht. Ich stehe also nicht nur auf Kinofilme und Umwelt, sondern mache auch gerne Musik oder designe Mode.

Wie schaffst du bei so vielen Verpflichtungen noch deine Schule?
Mein Hauslehrer ist auch hier im Moment. Wir lernen jeden Tag, immer, wenn es eben möglich ist, aber das klappt auch. Es wäre illegal, wenn ich es nicht tun würde. Und ich bin sehr ehrgeizig, liebe es zu lernen und neue Sachen auszuprobieren.

Hast du deine Hausaufgaben für heute schon gemacht?
Nein, das mache ich wahrscheinlich später.

Kannst du dir die Fächer raussuchen, die dich interessieren?
Nein, ich muss sie alle machen. Aber Dinge, die ich sehr mag, mache ich dann eben in meiner Freizeit, wie zum Beispiel Poesie. Heute zum Beispiel kann ich sagen: "Ich schreibe später einen Haufen Gedichte!"

Was für Gedichte schreibst du denn?
Ich schreibe viele Gedichte über Liebe. Da schreibt doch jeder drüber. Wenn ich einen Film sehe und mochte worum es darin ging, schreibe ich ein Gedicht aus der Sicht des Hauptcharakters. Oder ich prophezeie Dinge, die in der Zukunft passieren können.

Schreibst du die Liebesgedichte über eine bestimmte Person?
Nicht wirklich. Einer der besten Ratschläge, die meine Eltern mir gegeben haben, praktisch der einzige, auf den ich höre, ist: "Du bist zu jung für Dates". Sie sagen nicht: "Du darfst keine Freundin haben", aber "Du bist zu jung für Dates. Warum willst du dich so an jemanden binden? Geh skaten, mach das, worauf du Lust hast." Aber wenn ich anfange, ein Mädchen zu mögen, werde ich ein Gedicht über sie schreiben.


UNICUM Abi Filmtipp

After Earth

SciFi/Action, USA 2013

Regie: M. Night Shyamalan

Darsteller u.a.: Jaden Smith, Will Smith, Sophie Okonedo, Zoe Kravitz

Verleih: Sony Pictures

Auf DVD und Blu-ray erhältlich

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