Gerrit Klein
Gerrit Klein | Foto: ZDF/Martin Rottenkolber
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12. Nov 2013

Janina Finkemeyer

Promis

Gerrit Klein: Dreharbeiten und Studium? Kein Problem!

Im Interview verrät der Schauspieler, wie er das hinbekommt.

Angefangen hat Gerrit Klein, Jahrgang 1991, schon mit 12 Jahren am Theater. Seine erste Fernsehrolle ergatterte er im Jahr 2007 in der Serie "Stolberg". Anschließend spielte er unter anderem bei "Alarm für Cobra 11", "Danni Lowinski", "Soko Köln" und "Das Haus Anubis" mit. Seinen bisher größten Erfolg landete er als Jack in "Hotel 13", einer Daily Soap für Kinder und Jugendliche. Neben den Dreharbeiten hat er auch noch sein Abi gemacht und studiert an der Filmakademie Baden-Württemberg in Ludwigsburg Produktion. In der ZDF-Serie "Herzensbrecher - Vater von vier Söhnen" spielt er eine Hauptrolle.

Gerrit, welche Pläne hast du für die Zukunft?

UNICUM: Du stehst schon seit über 10 Jahren als Schauspieler auf der Bühne und vor der Kamera. Wie bist du dazu gekommen?
Gerrit Klein: Das war gar nicht spektakulär. Ich habe in der Zeitung von einem Casting am Theater gelesen und bin dann kurzerhand hingegangen.

War das schon immer dein Traum?
Ich hatte einfach Interesse daran und dann kam eines zum anderen. Ich habe ein Stück nach dem anderen gespielt,  bin immer weiter hineingewachsen und habe eine immer größere Leidenschaft für das entwickelt, was ich tat.

Wie fanden deine Eltern das?
Sie haben mir das selbst überlassen. Sie haben mir immer gesagt, dass ich das machen soll, wenn ich es wirklich will und direkt ihr Einverständnis gegeben, als ich prompt für das erste Theaterstück in der Schule fehlen musste.

Das hat deine Schule einfach so erlaubt?
In der Theaterzeit habe ich regelmäßig ein bis zweimal pro Woche gefehlt. Da musste die Schule für jedes Stück ihre Genehmigung geben, aber das hat immer geklappt.

Und den Stoff musstest du dann später nachholen?
Das sagt man immer so, aber gemacht habe ich es nicht. (lacht) Ich bin immer sehr respektvoll mit meinen Lehrern umgegangen, darum gab es trotz des verpassten Stoffes keine Probleme. Mich dazu eingeladen zu fehlen oder mir gesagt, ich könne es mir leisten zu fehlen, haben sie aber natürlich nicht.

"Mein Abischnitt ist nicht der Beste, aber schon okay"

Während des Abis musstest du aber doch bestimmt mehr nachholen?
2012 habe ich in Belgien gedreht und deswegen auch dort gelebt. Dafür musste ich dann wirklich viel nachholen. Zu den Klausuren musste ich in der Schule sein und meine mündlichen Noten habe ich durch Facharbeiten bekommen, die ich in jedem Fach schreiben musste. Das war echt eine tolle Unterstützung von der Schule.

Gab es da Neid von den anderen Schülern, die jeden Tag im Unterricht sitzen mussten?
Das habe ich nicht mitbekommen und kann es mir auch nicht vorstellen. Eine Facharbeit zu schreiben, ist schließlich auch nicht ohne. In der Schule schreibt man die normalerweise in einem Fach und ich habe sie dann in sechs, sieben oder acht Fächern geschrieben. In dem Zeitraum hat man dann schon mehr zu tun, als wenn man jeden Tag bis zwei Uhr in der Schule ist.

Bist du mit deinem Abischnitt zufrieden?
Ich habe einen Abischnitt von 2,6. Das ist jetzt nicht der Beste, aber schon okay.

Durch deine Rollen in den Kinder- und Jugendserien "Das Haus Anubis" und "Hotel 13" bist du besonders bei kleinen Mädchen beliebt. Wie ist das so von denen angehimmelt zu werden?
Das ist schon putzig. Wenn die kleinen Kinder vor einem stehen, sind die einfach völlig baff, dass diese fiktive Person aus dem Fernsehen plötzlich vor ihnen steht. Für die ist man auch nicht fiktiv, sondern ich war eben der Jack aus Hotel 13. Nur in anderen Klamotten. Das ist für die einfach ein magischer Moment und die waren alle immer super schüchtern. Die interessiert ja dann auch nicht der Schauspieler Gerrit Klein, sondern die Figur Jack.

"Ich will nicht Produzent werden, um mich selbst zu inszenieren"

Mit deiner Rolle als Lukas in der ZDF-Serie "Herzensbrecher – Vater von vier Söhnen" bist du jetzt bei einem ganz anderen Publikum angekommen und auch die Rolle ist ganz anders.
Absolut. Obwohl man die Rollen und Formate nicht so vergleichen kann. Der Lukas ist eine schöne Hauptrolle, ein interessanter Charakter, der viele Facetten hat. Bei Hotel 13 war es eher eine, für Kinder konzipierte, eintönige Figur, die eine bestimmte Funktion erfüllen musste. Nämlich ein intriganter Antagonist zu sein. Das ist dann irgendwann nicht mehr so aufregend zu spielen und da ist die Rolle des Lukas ganz anders. Der kann sowohl sehr einfühlsam sein und sich um seine Brüder kümmern, Liebeskummer haben oder was auch immer. Der kann aber auch völlig ausrasten und kurz davor sein, auf seinen Vater loszugehen. Das sind Momente, die das Leben bei jedem hat und das finde ich so schön an der Rolle.

Fällt es dir leichter den Lukas zu spielen, weil er dir persönlich ähnlicher ist als Jack?
Also leichter ist so ein Wort, das würde ich nicht verwenden wollen. Lukas ist eine spannende Rolle, eine Herausforderung und es macht Spaß ihn zu spielen. Jack, ja den hat man halt so gespielt. Ich hatte die Rolle auch in mir und habe sie jedes Mal verkörpert, aber es war eintönig. Es ist etwas ganz anderes, wenn man einen Charakter spielt, der viele Facetten hat. Und ich glaube, gerade als junger Schauspieler kann man immer am besten spielen, was einem auch nah ist. Auch wenn viele das immer anders gesehen haben, Jack liegt mir dann doch nicht so. Lukas ist facettenreicher, darum kann ich mich mit ihm besser identifizieren.

Wie deine Rolle Lukas hast du auch im wahren Leben angefangen zu studieren. Seit September 2013 bist du an der Filmakademie Baden-Württemberg und studierst Produktion.
Ich wollte schon lange Produzent werden. Ich erzähle gerne Geschichten, schreibe viel und habe gleichzeitig ein Händchen dafür, Dinge zu vermarkten und Akquise zu betreiben. Ich glaube, dass mir der Beruf sehr liegt und dass es Spaß machen wird. Außerdem passt der Beruf sehr gut mit der Schauspielerei zusammen.

Du hängst die Schauspielerei also nicht an den Nagel und widmest dich nur noch dem Filme machen?
Ich würde immer beides versuchen. Das heißt aber auch nicht und das kann ich direkt sagen, dass ich jetzt Produzent werden will, um mich selbst zu inszenieren und mir selbst Rollen zu schreiben. Da werden als Beispiel immer gerne Til Schweiger und Matthias Schweighöfer genannt, beides interessante Menschen, die ein großes Talent dafür haben, beides miteinander zu verbinden. Aber meine Wunschvorstellung ist es nicht, in meinen eigenen Filmen die Hauptrolle zu spielen. Darum geht es mir nicht. Vielleicht sage ich auch irgendwann, dass ich nur noch Produzent sein will oder nur noch Schauspieler.


Mehr Infos zu Gerrit Klein gibt's auf seiner Homepage: www.gerritklein.de

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