Die Beatsteaks im Interview
Leinen los mit den Beatsteaks | Foto: Warner Music/Birte Filmer
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01. Aug 2014

Alexander Lemonakis

Musik

UNICUM trifft: Die Beatsteaks

Die Berlinern über ihr selbstbetiteltes Album "Beatsteaks"

"Verwechselt wahre Freundschaften nicht mit Facebook-Freundschaften"

UNICUM: Euer neues Album mit dem einfach zu merkenden Titel "Beatsteaks" ist endlich raus. Wie macht ihr jemandem Geschmack drauf, der es noch nicht kennt?
Torsten: Also erst einmal kann ich mit ziemlicher Sicherheit sagen, dass es sich um ein Beatsteaks-Album handelt, und das wird man auch eindeutig hören (lacht). Im Unterschied zu den letzten Alben ist die neue Platte noch ein Stück weit konsequenter geworden. Ich persönlich und auch viele andere sagen: Das ist das beste Album, was wir jemals gemacht haben. Es hat wahnsinnig viel Spaß gemacht und die Platte ist in kürzester Zeit aufgenommen worden. Es lief einfach.

Ist der simple Titel "Beatsteaks" als ein "Back to the Roots" zu verstehen?
Torsten: Man kann da bestimmt ganz viel hineininterpretieren, aber vielleicht kamen da mehrere Dinge zusammen. Ganz einfach: Wir hatten einfach keinen guten Titel und dann haben wir schließlich gesagt: "Hey! Lasst uns das Ding doch einfach Beatsteaks nennen!"

Den ersten Track der neuen Platte "DNA" konnte man sich kostenlos auf eurer Internetseite downloaden. Coole Sache, sagt sich der Fan! Wer kam auf die Idee?
Torsten: Das war tatsächlich unsere Idee. Wir dachten uns, dass wir nach längerer Zeit wieder zurückkommen und auf diese Weise besonders alteingeschworene Beatsteaks-Fans erfreuen. Der Song, der Text und die Situation passten einfach und wir dachten uns gemeinsam: "Ach komm, wir hauen den Song jetzt einfach mal kostenlos raus."

Ihr seid sowieso fleißig auf Facebook unterwegs! Seid ihr das immer selbst oder kümmert sich irgendwer um euren Account? Und was für einen Draht habt ihr persönlich zu FB?
Thomas: Wir posten alles selbst. Facebook ist nicht so wichtig, wie es manche Menschen wahrnehmen. An alle die Erinnerung: Verwechselt wahre Freundschaften nicht mit Facebook-Freundschaften. Aber Facebook ist natürlich für uns als Band eine tolle Erfindung, da wir uns den Fans mitteilen und mit diesen kommunizieren können. Facebook ist deshalb aber nicht unbedingt ein wirklich soziales Netzwerk.
 

"Ich habe Mathe in der Schule gehasst"

Apropos sozial: Mit den Beatsteaks verbindet man immer auch ein großes Engagement für soziale Projekte wie "Pro Asyl" und "Deine Stimme gegen Armut". Wie kommen solche Aktionen zustande?
Thomas: Die Anregungen für bestimmte Engagements kommen jeweils aus der Band heraus. Jeder kann Ideen mit einbringen oder was einem von uns gerade so unter den Nägeln brennt. Zum Beispiel schlägt Arnim vor, bei einem Benefiz-Konzert für Tsunami-Opfer zu spielen, und ein anderer befürwortet, dass wir uns bei "Dresden Nazifrei" engagieren. Wir sehen uns ja auch den ganzen Tag und reden nicht nur über "E-Moll" und solche Dinge. Arnim: Und genau an der Stelle wird Facebook wieder wichtig! Genau dabei nutzen wir dieses Medium sinnvoll: um Leute zu erreichen! Wir stehen für eine gewisse Sache und genau dafür wollen wir unsere Popularität auch nutzen und uns einsetzen. Für mich war soziales Engagement schon immer selbstverständlich.

Was war bei euch vor der Beatsteaks-Zeit? Plaudert mal ein bisschen aus dem bandinternen Nähkästchen. Gibt's da vielleicht krasse Berufe und kuriose Nebenjobs?
Thomas: Natürlich war bei mir vor den Beatsteaks die Schulzeit und ich habe danach das Verschiedenste studiert. Ich hab mich eingeschrieben, um Steuererleichterungen bei meinen Jobs zu bekommen (lacht). Ich war Schlossführer, habe bei der Müllabfuhr gearbeitet und ich habe mit behinderten Menschen gearbeitet. Arnim war professioneller Schuhverkäufer und Peter war sogar Vorarbeiter bei der Berliner Müllabfuhr.Arnim: Ich war in der Schulzeit ein typischer "Dreier". In Sport und Musik war ich sehr gut und ganz schlecht in Mathe. Ich habe Mathematik gehasst. Aber ich fand Schule insgesamt gut. Ich war auf der Artistenschule und habe dann tatsächlich eine Lehre als Sportschuhfachverkäufer begonnen und auch abgeschlossen. Aber die Lehre hat mir ziemlich schnell gezeigt, dass das nicht meine Zukunft ist (lacht).

Bald macht ihr als Band die 20 Jahre voll. Da kommt schnell die Frage auf: Wie lange dürfen wir euch noch auf der Bühne erleben?
Thomas: Also ich habe da gar keine Prognose. Ich weiß nur eins: Ich will mich nicht zum Affen machen. Ich will nicht mit 70 auf der Bühne stehen, aber ich möchte auch nicht mit 45 oben stehen und mich so geben wie ein 25-Jähriger. Sonst bin ich für alles offen.

Bevor ihr Landratten seekrank werdet, kurze Frage zum Schluss: Worauf freut ihr euch nach den Studioaufnahmen am meisten?
Arnim: Auf Konzerte! Ich freu mich gerade total auf die Tour und darauf, die Songs zu spielen. Wir haben unser "Bandauto" mit neuem Sprit, den neuen Songs, betankt und jetzt will ich endlich losfahren!


Arnim im Kreuzfeuer:

  • Die Toten Hosen oder Die Ärzte?
    Find ich beide gut!
  • Reggae oder Dubstep?
    Reggae, natürlich!
  • Clubkonzert oder Festival?
    Eindeutig Festival! Man kann mehr Menschen glücklich machen (lacht). Festivals und Clubkonzerte sind völlig unterschiedlich! Auf einem Festival kommen ja nicht alle wegen dir und dann ist da dieser Moment, in dem du die Leute überzeugen kannst, die eigentlich wegen Skrillex da sind (lacht).

UNICUM Musiktipp

Beatsteaks Albumcover

 
Beatsteaks

Beatsteaks

Warner Music

VÖ: 01.08.2014

www.beatsteaks.com

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