Danny Avila im Interview
Danny Avila in seinem Element an den Turntables | Foto: Georg Roske
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04. Dez 2012

Barbara Kotzulla

Musik

UNICUM Abi trifft: Danny Avila

Der junge Spanier erobert die internationale DJ-Musikszene

Mit 12 Jahren das erste Mal in Clubs unterwegs

UNICUM: Wie fühlst du dich mit deinem Erfolg?
Danny Avila: Mein Erfolg kam nicht von heute auf morgen, da steckt viel Arbeit dahinter. Alle die Dinge, die ich in diesem Jahr machen durfte, sind das Ergebnis jahrelanger und kontinuerlicher Anstrengung. Aber klar, es ist natürlich unglaublich von Künstlern wie Tiesto oder Fedde le Grand supportet zu werden!

Mit 17 Jahren hast du ja schon eine richtige Karriere hinter dir – viele Jungs fangen in deinem Alter erst mit dem Auflegen an. Wolltest du schon immer DJ werden?
Meine Liebe zur Musik begann sehr früh, als ich noch ziemlich jung war lernte ich einige Instrumente. Ich hörte alles Mögliche: HipHop, House, Deep, Pop, Rock ... Mich hat immer schon die Arbeit von DJs interessiert, also suchte ich im Internet danach, schaute mir Videos an usw. Dann kaufte ich mir einen richtig richtig kleinen und günstigen Controller und fing an, auf den Partys meiner Freunde aufzulegen.

Du bist ja schon mit 12 Jahren in Clubs gegangen. Und du bist wahrscheinlich auch heute unter den Party-Gästen und anderen DJs immer der Jüngste ...
Jetzt ist es zum Glück etwas entspannter, denn ich sehe ein wenig älter aus. Aber vor ein, zwei Jahren war es schrecklich. Viele Leute in den Clubs haben mich gesehen und gedacht: "Was macht der denn hier? Sollte der nicht schon im Bett sein?" Aber eigentlich war mir das egal, denn ich war in den Clubs, um von den großen DJs zu lernen.

Hattest du schon einmal Probleme wegen deines Alters? Du kommst ja z.B. gerade aus den USA, wo man erst ab 21 Jahren in Clubs gehen darf.
Nein, das ist alles in meinen Verträgen geregelt. Und solange wir uns dabei an das Gesetz halten, ist alles in Ordnung.

Was war dein bislang aufregendster Gig?
Oh, das ist nicht so einfach zu beantworten. Die "Club Life"-Opening-Party im Pacha Ibiza war heftig – besonders, weil ich direkt vor Tiesto spielen durfte.

Das Erfolgsgeheimnis des DJs: Harte Arbeit!

Hast du einen Tipp an Leute in deinem Alter, die auch so durchstarten wollen, wie du?
Das Geheimnis ist: harte Arbeit. So viele Leute auf der ganzen Welt wollen DJ werden, nur um cool zu sein – das ist lächerlich. Man muss die Musik richtig fühlen und leben, sonst hat man als DJ keine Zukunft.

Was haben denn eigentlich deine Eltern gesagt als du ihnen erzählt hast, dass du nun professionell DJ werden willst?
Naja, es war jetzt nicht so, dass ich zu ihnen gegangen bin und gesagt habe: "Daddy, Mami, ich will jetzt DJ werden!" Ich bin da immer mehr hineingewachsen – und jetzt bin ich hier ...

Welche Probleme gab es wegen der Schule?
Ich gehe auf eine private Schule in Madrid. Wenn ich auf Tour gehe, geben mir meine Lehrer Hausaufgaben mit, damit ich den Unterricht daheim in Spanien nicht verpasse.

Vermisst du denn nicht manchmal das normale Schulleben?
Auf alle Fälle! Klar, ich habe diese Entscheidung vor einigen Jahren für mich getroffen. Ich will eines Tages einmal ein großer DJ werden, also muss ich heute dafür Kompromisse eingehen, dazu gehört, dass ich kein normales Schulleben habe und meine Freunde und Familie nicht so oft sehe, wir ich gerne möchte. All meine Freunde leben in Marbella und ich vermisse sie wirklich sehr. Vor zwei Jahren bin ich wegen meiner Musikkarriere nach Madrid gezogen. Das war wirklich schwierig für mich: Neues Haus, neue Schule, ein neuer Vibe. Aber ich weiß einfach, wohin ich in meinem Leben möchte und deswegen bin ich glücklich.

Welche Pläne hast du für nach der Schulzeit? Konzentrierst du dich dann weiterhin auf die Musik, oder willst du vielleicht studieren gehen?
Gute Frage. Ich weiß noch gar nicht, was ich danach machen oder studieren will. Vielleicht mache ich auch eine Ausbildung zum Tontechniker. Auf jeden Fall etwas mit Musik.

Welches ist deiner Meinung nach, die beste Partystadt/der beste Club der Welt?
IBIZAAAAA! Jede Nacht finden da so viele Partys statt. Die Sommer-Saison dort ist der Wahnsinn, besonders im Pacha!

Keine Zeit für Hobbys oder eine Freundin

Ich habe gelesen, dass du außerdem noch professionell Wakeboard fährst.
Wow, das ist schon lange her! Als ich so 9 oder 10 Jahre alt war, fing ich mit meinen Freunden an der Schule mit dem Skateboarden an. Ich liebe alle die verschiedenen Sportarten auf einem Board, und so entdeckte ich auch das Wakeboarding für mich. In der Nähe meines Zuhauses gab es auch eine Anlage, zu der ich dann jeden Tag gegangen bin und viel geübt habe.

Neben der Musik und dem Sport bleibt da noch Zeit für andere Hobbys oder eine Freundin?
Ich wünschte! (lacht) Aber leider hat der Tag nur 24 Stunden und mir bleibt einfach keine Zeit für Hobbys oder eine Freundin. Aber ich habe überall Freunde – und das ist viel besser! (lacht)

Wegen deiner Frisur wirst du ja öfters mal mit Justin Bieber verglichen. Nervt dich das?
Jede Menge Leute vergleichen mich mit ihm: manchmal in guter, manchmal in schlechter Art und Weise. Um ehrlich zu sein, interessiert mich das überhaupt nicht. Und eigentlich hat er doch jetzt auch einen anderen Haarschnitt, deswegen weiß ich nicht, warum das immer noch überall gesagt wird. Ich habe meinen eigenen Style und den werde ich auch nicht ändern, nur weil mich jemand Justin Bieber nennt!

Letzte Frage: Dein derzeitiger Lieblingssong?
Hmmm, ein Lieblingstrack von mir ist ein Remix, den Sasha von einem Song namens "Flute" gemacht hat. Der Vocalpart ist einfach unglaublich. Ich spiele es nicht oft bei meinen Gigs, aber um auf dem Sofa zu chillen ist es definitiv DER beste Track!


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