Meghan Trainor
Pünktlich zur neuen Platte verabschiedet sich Meghan von der blonden Mähne. Hot! | Foto: Sony Music
Autorenbild

24. Mai 2016

Sandra Ruppel

Musik

Meghan Trainor: Thank You

Ladies, wir brauchen keinen Mann, um glücklich zu sein!

Ohrwurm-Alarm

Nach ihrem 2015 veröffentlichten Debut "Title" hat Meghan Trainor nun mit "Thank You" ihr zweites Studio-Album vorgelegt und das kann sich sehen – oder vielmehr: hören – lassen!

Der Song "Watch Me Do" eröffnet die Platte und holt alle offenen Ohren bereits nach den allerersten Sekunden des Tracks voll ab. Körniger Sound und viel Funk sorgen unmittelbar für ein dringendes "Ich möchte aufstehen und tanzen"-Bedürfnis.

Wer diesem hier noch nicht so ganz nachgeben mag, der dürfte bei "Me Too", dem zweiten Lied des Longplayers, alle Zurückhaltung über Bord werfen. Der Song macht extrem viel Spaß und die stetig wiederholte Zeile "If I was you, I’d wanna be me, too!" ("Wenn ich du wäre, dann würde ich auch ich sein wollen!") nistet sich ohne Kompromisse selbst in die abgelegenste aller Gehirnwindungen ein. Spätestens jetzt ist man an Bord – und den "M-Train" verlässt man so schnell nicht wieder.



I be like nah to the ah to the No, No, No!

Auf das beste Feierlaune machende "Me Too" folgt das rotzige "NO". "NO" ist nicht nur die erste Singleauskopplung des Albums, sondern auch eine klare Ansage an alle Typen, die nach einem freundlich-bestimmten "Nein" immer noch nicht kapieren wollen, dass ihre Anmache absolut unerwünscht ist. Hier gilt das Motto: "Wenn ich einen Mann will, dann besorge ich mir einen. Ansonsten: danke, aber nein, danke!"

Eine Botschaft, die sich in dem Track "Woman Up" weiter fortsetzt. Die Hymne im Stil von Beyoncés "All The Single Ladies" überzeugt mit Groove, die recht platten Einstiegs-Lyrics sind allerdings ein Wehrmutstropfen: "Put your favourite heels on, cause they make you feel strong. When you're lookin' good, you know you're gonna have a good time…" ("Zieh deine Lieblings-High Heels an, weil du dich stark in ihnen fühlst. Wenn du gut aussiehst, weißt du, dass du eine gute Zeit haben wirst…").

Zu gutem Aussehen und einem Gefühl von Stärke sind ganz sicher nicht zwingend High Heels und Mascara notwendig. Da Trainor aber pünktlich zum Refrain das Ruder doch noch ein wenig herumreißen kann und am Ende vor allem ein "Du bist gut, so wie du bist. Und du brauchst auch keinen Mann, um glücklich zu sein!" stehen bleibt, kann man ihr diesen Text-Ausreißer verzeihen.

Gute Laune statt großer Heulerei

Obwohl Meghan auf "Thank You" eine ganze Handvoll Gute-Laune-Kracher abliefert (neben "Watch Me Do" und "Me Too" außerdem "I Won’t Let You Down" und "Dance Like Your Daddy"), kann sie auch ruhiger. Für "Just A Friend To You" packt sie die Ukulele aus und schenkt uns drei Minuten lang (bittersüßes) Hawaii-Feeling.

Auch diejenigen, die sich von einem Pop-Album mindestens mittelschwere Stimulation der Tränendrüsen wünschen, gehen nicht ganz leer aus. Zu "Kindly Calm Me Down" heult es sich ganz hervorragend! Besonders, wenn die aktuelle Gefühlslage nicht die stabilste ist und man sich von allem gerade ein bisschen überfordert fühlt.

Allerdings bleibt der Song die einzige Möglichkeit, um die Wasserwerke anzuschmeißen, "Thank You" ist hauptsächlich ein Sonnenschein-Album, das man am besten im Auto bei offenem Fenster hört. Oder an Orten, an denen man sich nicht geniert, aus vollem Halse mitzusingen und auch den ein oder anderen Popo-Wackler hinzulegen.


UNICUM Abi-Albumguide: Thank You

Welcher Track zuerst?
Schmeiß das Album an und lass es laufen, "Watch Me Do" und "Me Too" sind der perfekte Einstieg. Wenn du danach dann weitere Stimmungsmacher willst, spring vor zu "I Won’t Let You Down" und "Dance Like Your Daddy".

Was skippe ich?
"Better", "Champagne Problems" und "Friends" – leider die schwächsten Songs des Albums, die als mittelmäßiger Bubble-Pop hinter den anderen Tracks zurückbleiben.

Um welche 3 Dinge bin ich nach dem Anhören von "Thank You" reicher?

  1. Um mindestens fünf Lieder, zu denen du deinen Booty ordentlich shaken kannst und die dich mit frechem Grinsen durch die Straßen laufen lassen.
  2. Den Wunsch, zu wichtigen Terminen im Giraffenkostüm zu erscheinen – weil du es kannst!
  3. Den Vorsatz, sofort Ukulele spielen zu lernen.

Das Album-Cover zu Thank You von Meghan TrainorThank You

Meghan Trainor

Sony Music

VÖ: 13. Mai 2016

Online bestellen (Amazon): Thank You 

Mehr Infos: sonymusic.de/meghan-trainor

Artikel-Bewertung:

3.12 von 5 Sternen bei 196 Bewertungen.

Deine Meinung: