Glasperlenspiel Interview
Erfolgsduo: Carolin und Daniel von Glasperlenspiel | Foto: © Universal Music
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15. Apr 2016

Marc Wiegand

Musik

Glasperlenspiel über Ausbildung und die wichtigen Dinge im Leben

Interview mit Sänger Daniel Grunenberg

"Die Ausbilung war eine sehr positive Erfahrung"

UNICUM: Daniel, wieso hast du dich damals für eine Ausbildung entschieden?
Daniel Grunenberg: Weil ich schon immer ein großes Interesse rund um Design, Programmierung/IT und Audioproduktionen hatte. Ich wollte einfach Geld verdienen und auschecken, ob das etwas für mich ist. Kaufmännische Skills brauchst du in jedem Job.

Wie hast du deine Ausbildungszeit erlebt?
Generell war es eine sehr positive Erfahrung, durch die ich viel gelernt habe. Mir hat es nie gereicht, einfach nur Dienst nach Vorschrift zu machen. Ich wollte auffallen und schnellstmöglich weiterkommen. Wenn du 200 Prozent gibst, egal in was für einem Bereich, dann fällst du auf und wirst wertgeschätzt. Es ergeben sich neue Möglichkeiten und du lernst interessante Menschen kennen, die dich wiederum weiterbringen können. Sich ein Netzwerk aufzubauen, ist unglaublich wichtig, um weiterzukommen.

Würdest du jungen Leuten zu einer Ausbildung raten?
Auf jeden Fall! Allerdings muss man das auch immer von Fall zu Fall unterscheiden. Generell kann ich sagen, dass es eine Super-Möglichkeit ist, um verschiedene Berufsfelder auszuchecken. Durch das Abitur kann man auch bei jeder Ausbildung Verkürzung beantragen und sie in zwei Jahren durchziehen. So hab ich das auch gemacht.



Fehler gehören für Daniel zum Leben dazu

Welchen Stellenwert sollte die Arbeit im Leben deiner Meinung nach grundsätzlich haben?
Wie schon gesagt, es ist unglaublich wichtig, Spaß bei seinem Job zu haben. Wenn du keinen Bock darauf hast, dann frisst es dich auf kurz oder lang auf. Dabei gibt es natürlich nicht nur gute Tage und manchmal würde man am liebsten alles hinschmeißen. Das ist, glaube ich, ganz normal. Wenn aber die positiven Tage überwiegen, seid ihr genau richtig, wo ihr seid. Eins meiner Lieblingszitate ist von Steve Jobs: "Stay hungry, stay foolish" (übersetzt in etwa: "Bleibt hungrig, bewahrt euch den Leichtsinn").

Was ist das Besondere an deinem Beruf Musiker? Gerade, wenn du ihn vielleicht mit den Berufen deiner Freunde vergleichst.
Mein Beruf ist unglaublich abwechslungsreich und eigentlich ist kein Tag wie der andere. Ich bin sehr viel unterwegs und kaum zuhause. Es gibt ständig einen großen Risikofaktor und das ist die Kreativität. Damit steht und fällt unser Business. Zugleich ist es das beste, da man sich vom Musikvideo bis hin zur Musik-/Liveshow-/Bühnen-Inszenierung und dem Artwork extrem austoben kann. Manchmal wirst du an deine körperlichen Grenzen gebracht, wenn man beispielsweise sechs Auftritte in vier Tagen bewältigen muss, aber das ist vollkommen o.k, solange man seine eigenen Grenzen kennt. Ich nenne das immer einen gesunden Stress. Denn ich hatte das große Glück, mein Hobby zum Beruf zu machen.

In eurem Song "Geiles Leben" distanziert ihr euch ganz bewusst von einem protzigen und materialistischen Lebensstil. Was ist dir stattdessen wichtig im Leben?
Meine Freundin, Freunde und Familie – einfach authentisch zu sein. Dabei gehört es dazu, Fehler zu machen und wieder aufzustehen. Niemand ist perfekt. Am Ende des Tages gehört es genauso dazu, sich auch einmal etwas zu gönnen. Was wir mit "Geiles Leben" sagen wollten, ist, trennt euch von den Vampiren, die euch nur ausnutzen, bremsen und runterziehen.


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