Beyond 2 Souls - endlich auch für die PS4
Heißersehnt: Beyond 2 Souls ist ein ungewöhnliches Spielerlebnis. | Screenshot: © Quantic Dream
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21. Jan 2016

Christopher Lymer

Games

Beyond: Two Souls

Ist das noch ein Spiel?

Allein zu zweit

Jodie ist nicht wie andere Mädchen. Seit sie denken kann, geschehen merkwürdige Dinge um sie herum – Gegenstände bewegen sich, Menschen werden verletzt. Der Grund dafür ist eine spirituelle Existenz namens Aiden, die seit Jodies Geburt mit ihr verbunden ist. Als paranormale Erscheinung landet unsere Protagonistin, die von Ellen Page gespielt wird, bereits als junges Mädchen in einem Forschungszentrum für übernatürliche Phänomene, um schließlich von der CIA rekrutiert und als Geheimwaffe ausgebildet zu werden.

Isoliert, verängstigt und als Werkzeug missbraucht, sprengt Jodie schließlich ihre Ketten und begibt sich auf eine waghalsige Flucht, die zugleich zur Suche nach dem Ursprung ihres geisterhaften Gefährten wird.

Coming-of-Age mit Zeitsprüngen

In einer episodisch erzählten Geschichte, die sich in einer nicht chronologischen Reihenfolge entwickelt, begleiten wir Jodie in zahlreichen Etappen auf ihrer turbulenten Reise des Erwachsenwerdens.

Nicht nur werden wir hierbei immer wieder vor folgenschwere Entscheidungen gestellt, die den weiteren Verlauf der Story beeinflussen, wir begegnen auch vielen unterschiedlichen Charakteren, die von professionellen Schauspielern – darunter z. B. Hollywoodgrößen wie Willem Dafoe – gemimt werden.

Das eindrucksvolle Face-Capturing sowie die durchweg gelungene Synchronisation sorgen dafür, dass wir schon bald eine emotionale Bindung zu unseren Weggefährten, aber vor allem zu Jodie selbst aufbauen.

Dass die für die aktuelle Konsolengeneration zwar aufgehübschte Remastered-Version uns bei der optischen Präsentation dennoch nicht immer vom Hocker haut, tut der eindrucksvoll filmreifen Inszenierung keinen Abbruch.

Beyond 2 Souls: Spielerlebnis mit Hollywood-Stars wie Ellen Paige

Viel Inszenierung, wenig Spiel

Allerdings liegt hierin auch "Beyond: Two Souls" größtes Manko: Der Spielanteil erweist sich größtenteils nämlich als recht überschaubar. Die meiste Zeit werden wir als Spieler in die Rolle des Zuschauers verbannt, bei der sich die einzige Interaktion auf das Bewegen unserer Protagonistin oder das Meistern von gelegentlichen Quick-Time-Events beschränkt.

Nicht selten setzen wir dabei lediglich nichtoptionale Aktionen in Gang, so dass wir uns immer wieder fragen, warum wir uns den Knopfdruck nicht hätten sparen können, um uns stattdessen einfach eine Cutscene anzusehen. Schließlich erweist sich das "aktive" Absolvieren einer vorgegebenen Handlung wie dem Packen einer Tasche, das Aufräumen einer Wohnung oder das Öffnen einer Weinflasche als wenig einprägsame Spielerlebnisse.

Aus diesem Grund fühlt sich das Adventure zu großen Teilen wie ein gut inszenierter Spielfilm an, der jedoch mittels regelmäßiger Eingabeaufforderungen brutal zu einem Videospiel umgeformt wurde. Daraus folgt, dass sich der eigentliche Spielspaß über weite Passagen stark in Grenzen hält und wir die zum Teil nervtötende Knöpfchendrückerei nur deshalb geduldig in Kauf nehmen, weil wir die nächste Cutscene und das Fortschreiten der spannenden Geschichte verfolgen wollen.

Fazit zu Beyond: Two Souls

"Beyond: Two Souls" bietet alles, was man von einem guten Film erwartet – überzeugende Schauspieler, eine stimmungsvolle und bewegende Inszenierung sowie eine packende Story. Als Spiel hingegen versagt das Adventure, bietet uns zu wenige Interaktionsmöglichkeiten und zwingt uns zu häufig in eine qualvoll Passivität, unter der dann auch das Erleben der eigentlich sehr gelungenen Erzählung leidet.


UNICUM Abi Gaming-Tipp

Beyond: Two Souls

Quantic Dream

Erhältlich für PS4

Ab 16 Jahren


Artikel-Bewertung:

3.24 von 5 Sternen bei 86 Bewertungen.

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