Jack Black Interview
Merel Neuheuser von UNICUM Abi traf Jack Black in Berlin | Foto: Privat
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14. Jul 2011

Merel Neuheuser

Filme

UNICUM Abi trifft: Jack Black

-ARCHIV-

"Bertolt Brecht finde ich gut"

UNICUM: Hast du Hape Kerkeling, deine deutsche Stimme, mal in einer seiner Rollen als Comedian im TV gesehen?
Jack Black: Bislang leider noch nicht. Aber wer weiß, vielleicht werden wir irgendwann in einem Film zusammen spielen. Möglicherweise wenn Quentin Tarantino uns etwas schreibt. Ich bin ein großer Fan von Quentin Tarantino und einem seiner Schauspieler, Christoph Waltz. Hape wird dann mein Christoph Waltz sein. Zusammen werden wir das Kino erobern und mit zwei Oscars zurückkommen.

Hast du einen Bezug zur deutschen Sprache?
Von der Sprache verstehe ich sehr wenig. Aber Bertolt Brecht finde ich gut. Vor langer Zeit spielte ich einmal in "Der gute Mensch von Sezuan". Ich bin ein Fan von Brechts Gedichten, vor allem von denen aus seiner Hollywoodzeit. Er zeigt Hollywood als eine Art tödlicher Morast, der dich runterziehen kann.

Im Film umarmt Panda Po mehrfach seine Mitkämpferin Tigress, die von Angelina Jolie gesprochen wird. Geht da was?
Bevor hier Gerüchte aufkommen: Wir sind nur Freunde! Ich habe keine Lust, dass Brad vorbeikommt! Also, wir hängen nicht zusammen ab, aber wir haben angedacht, mal einen "Spieletag" zu organisieren. Wir haben schließlich Kinder im ähnlichen Alter.

Stimmt es, dass du einem Panda im Zoo von Atlanta einen Namen geben durftest?
Ja. Er heißt jetzt übrigens Po. Ich habe gehört, wenn man einen kleinen Panda hält, erfährt man inneren Frieden und wird eins mit dem Universum. Da dachte ich: Das ist meine Chance! Ich hatte geplant, das Kleine zu halten und es an mich zu schmiegen, aber die Tierärztin sagte: "Die mögen es nicht, angefasst zu werden, haben scharfe Krallen und können beißen." Danach hatte ich total Angst vor diesem Pandababy.

Jack Black hat Theaterwissenschaften studiert

Du bist scheinbar prädestiniert für Kämpferrollen, Kung Fu Panda, Tropic Thunder oder Nacho Libre. Könntest du dir vorstellen, deine Muskeln für einen Film ein wenig aufzutrainieren?
Bitte? Was soll das heißen? Fühl mal meinen Bizeps! Nein, im Ernst, das habe ich vor jedem Film wieder überlegt. Aber dann wurde ich doch wieder hungrig. Cheeseburger sind meine größten Feinde. Aber bei meinem nächsten Film werde ich trainiert sein.

Du hast Theaterwissenschaften an der Universität von Los Angeles studiert. Ist es dir wichtig, dass deine Kinder auch erst einmal studieren?
Ich habe zwar studiert, mein Studium aber abgebrochen. In den Seminaren habe ich wenig gelernt und viel geschlafen. Ich habe das hauptsächlich gemacht, weil meine Familie Druck ausgeübt hat. Das werde ich bei meinen beiden Jungs nicht tun.

Welche berufliche Zukunft wollten deine Eltern denn für dich?
Meine Eltern wollten vor allem, dass ich einen akademischen Abschluss habe und mich nicht in eine bestimmte Richtung drängen. Meine Eltern waren beide Satelliteningenieure und haben beide Abschlüsse in Raumfahrttechnik. Ich hätte das nicht machen können, mir fehlten einfach die mathematischen Fähigkeiten.


Kurz & Kerkeling

Drei Fragen an Panda Pos deutsche Stimme, Hape Kerkeling:

UNICUM: Welche Verbindung haben Sie zum Pandabär Po?
Hape Kerkeling: Ich habe mich nicht besonders gewundert, als die Anfrage kam, ob ich einen gemütlichen, leicht beleibten Pandabären spielen möchte. Po ist gutgläubig und das bin ich, glaube ich, auch.

In letzter Zeit sind Gewaltausbrüche unter Jugendlichen immer wieder Thema. Ist es da nicht makaber, eine Kampfsportart so zu hypen?
Bei den Animationsserien aus meiner Zeit – Tom und Jerry oder Bugs Bunny – wurden ständig Leute zerteilt und wuchsen wieder zusammen. Und Kung Fu dient ja zudem der Verteidigung und dem Finden der eigenen Mitte.

Po ist nur so weit gekommen, weil er einen weisen Lehrer hatte. Ihre Schullehrer sollen Ihnen geraten haben, Komiker zu werden?
Denen war klar: Der bringt keine Berufsausbildung und kein Studium zu Ende - lass den mal Komiker werden. Ich habe aber im Nachhinein oft gedacht: Hättest du mal doch studiert. Dann wäre ich heute Simultandolmetscher für Spanisch und Italienisch und damit nicht glücklicher. Denn da hat man einfach nur zu übersetzen und sich nicht in Gespräche einzumischen. Das tue ich aber gern.

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