Anke Engelke Synchronsprecherin
Anke in Action als Synchronsprecherin für "Gnomeo und Julia" | Foto: © Disney. All Rights Reserved.
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11. Jul 2011

Merel Neuheuser

Filme

Anke Engelke: Im Interview zu "Gnomeo und Julia"

-ARCHIV-

Im Film spricht sie den Frosch Nanette

"Es ist mir recht egal, wie ich aussehe"

UNICUM: Einem Känguru, Fisch und nun dem Frosch "Nanette" in "Gnomeo und Julia" haben Sie die Stimme geliehen. Haben Sie eigentlich einen besonderen Draht zu Tieren?
Anke Engelke_ Nein. Obwohl ich mal ein Meerschweinchen hatte, sind Haustiere nix für mich. Ich finde es ein bisschen seltsam, wenn Tiere in Häusern oder in Käfigen wohnen. Was aber nicht heißt, dass ich nicht ein großes Herz für Tiere hätte. Ich freue mich, wenn ich ein glückliches Tier mit glücklichem Mensch sehe.

Lauthals tierische Laute von sich zu geben, ist ja eher peinlich. Gibt es so was wie eine Selbstüberwindung?
Es ist eine der vielen Voraussetzungen für den Job, dass man sich nicht ständig fragt: "Ist das peinlich?" Man befasst sich nicht mit Gedanken um die eigene Wirkung, allein das Ergebnis zählt.

Das klingt nicht so, als wären Sie besonders eitel. Wie passt das zusammen mit der glamourösen Anke Engelke auf dem roten Teppich?
Es ist mir recht egal, wie ich aussehe. Mir ist das Stylen echt zu anstrengend. Dafür ist der Tag zu kurz. Ich finde das manchmal regelrecht albern, wenn ich erlebe, wie wichtig das so vielen – und immer jüngeren Frauen – ist, perfekt gestylt zu sein. Angeborene Schönheit ist etwas Tolles und wenn man sich dann noch ein bisschen bepinselt: auch okay.

Also lassen Sie sich lieber hübsch machen?
Ich werde geschminkt für Fototermine oder Filmaufnahmen, das gehört dazu. Ich verbuche das dann unter "Prinzessin". Ich habe einfach ganz tolle Maskenbildner, wirkliche Künstler. Wenn wir mit der Band (Fred Kellner und die famosen Soulsisters) unterwegs sind, muss ich mich selber schminken. Ich sehe hinterher immer aus wie eine Transe. Ich kann einfach nicht aufhören mit dem vielen Geglitter und finde das Maß nicht.

Anke Engelke wollte eigentlich Lehrerin werden

Sie haben neben Pädagogik und Romanistik auch Anglistik studiert. Haben Sie dadurch auch einen Draht zu Shakespeare, auf dessen Stück "Gnomeo und Julia" ja basiert?
Oh ja. Und zwar schon seit der Schulzeit. Ich hatte einen tollen Englischlehrer, der sehr früh Shakespeares Texte mit uns gelesen hat. Dafür bin ich ihm bis heute sehr dankbar. Dementsprechend habe ich das an der Uni auch weiterverfolgt.

Apropos Lehrer, Sie haben mal in einem Interview gesagt, dass Sie gerne Lehrerin geworden wären. Wieso kam es dann doch anders?
Weil ich nach der Zwischenprüfung schon recht viel beim Hörfunk gearbeitet habe. Ich war mindestens zwei Wochen im Monat in Baden-Baden und konnte dann die Veranstaltungen nicht besuchen. Da muss man dann auch verstehen, wenn die Professoren sagen: "Für das Seminar kann es eigentlich keinen Schein geben."

Aber mit Ihrer lustigen Art waren Ihre Referate bei den Kommilitonen sicher beliebt?
Nein, ich war in der Schule nie der Klassenclown und in der Uni weder die Innovativste noch die Performerin. Ich bin sowieso privat keine Rampensau.

Mittlerweile lehren Sie ja selbst an der Kunsthochschule für Medien in Köln. Was geben Sie Ihren Studenten da für Tipps?
Also, meinen Studenten sage ich in erster Linie, dass sie allen Gewerken gegenüber gleichmäßig respektvoll sein sollen. Außerdem: "Ihr müsst vorbereitet ans Set kommen, egal welchen Job ihr dort habt." Das ist immer der erste Tipp, den ich gebe, und das ist auch nicht schauspielspezifisch. Also: "Nehmt die Sache ernst. Nehmt euch ernst und nehmt die anderen ernst und lernt an allem und durch alles!"

Zuletzt ging Ihre Kritik an sozialen Netzwerken durch die Medien. Wurde das aufgebauscht, oder haben Sie wirklich so einen Groll auf Facebook und Co?
Nö, nix aufgebauscht, alles echt: Dass Kinder und Jugendliche überfordert sind, wenn man sie in sozialen Netzwerken alleine lässt und sie das Gefühl für Zeit und Sinn verlieren, finde ich nach wie vor. Wenn soziale Netzwerke zu Demokratisierungen im Nahen Osten führen, ist das zum Beispiel ein astreiner Weg, mit ihnen umzugehen. Aber bei falschem Umgang sind das Zeitfressmaschinen.

Bin ich jetzt sehr originell, wenn ich abschließend "Danke Anke" sage?
Ist überhaupt kein Problem für mich! Fragen Sie mal die anderen Ankes dieser Welt, die kommen ja auch ein Leben lang damit klar!


UNICUM Abi Filmtipp

"Gnomeo und Julia" ist die Disney-Neuauflage von Shakespeares berühmtester Liebesgeschichte im Reich der bunten Gartenzwerge. Die Keramikgnome liefern sich gnadenlose Kämpfe um die schönsten Beete und schnellsten Rasenmäher. Anke Engelkes Stimme kommt direkt aus dem riesigen Maul der wasserspeienden Froschdame Nanette.

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