Ingenieure im Hollywood-Check
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21. Dez 2011

Roman Milenski

Abibuzz - Funstuff

Hollywood-Ingenieure im Charaktertest

-ARCHIV-

Verrückte Wissenschaftler und geniale Tüftler in der Steckbrief-Galerie

 

(Fotos: Universal Pictures, Getty Images, Paramount Pictures, Concorde Home Entertainment, Sony Pictures Home Entertainment, JD Hancock, Flickr, CBS)

 

Alter: 71

Tätigkeit: freiberuflicher Wissenschaftler

Typ: zerstreutes Genie

Ausbildung: unklar, bezeichnet sich als "Schüler aller Wissenschaften"

Soft Skills: denkt divergierend, manchmal aber vergesslich / abwesend

Größte Errungenschaft: "Fluxkompensator", mit dem er einen DeLorean DMC-12 zur Zeitmaschine machte

Schwächen: hat aufgrund seiner Beschaffungskriminalität Ärger mit lybischen Terroristen

Wäre im wahren Leben: Bei Umweltschützern verpönt! Sein Fluxkompensator schluckt mit 1,2 Gigawatt die Nennleistung eines Atomkraftwerks. In Zeiten der Energiewende ein Unding. Kein Unternehmen, das auf Corporate Social Responsibility Wert legt, würde den "Doc" einstellen.


Alter: unterschiedlich, bis zu 85

Tätigkeit: Quartiermeister der Forschungs- und Entwicklungsabteilung des britischen Geheimdienstes MI6

Typ: Daniel Düsentrieb

Ausbildung: unklar

Soft Skills: kreativ, vertrauenswürdig, britischer Humor

Größte Errungenschaft: Unterwasser-Auto (aus Der Spion, der mich liebte)

Schwächen: Oberlehrer-Attitüde, kann sich außerdem schwer von seinen Gadgets trennen

Wäre im wahren Leben: Leiter eines innovationsgetriebenen Unternehmens, das ständig neue Kondratieff-Zyklen startet. Siehe frühe Bond-Filme: Autotelefon, Pager, GPS. Damals revolutionär, heute Alltag.


Alter: 43

Tätigkeit: Chefingenieur des Raumschiffs "Enterprise"

Typ: kompetenter Schrauber

Ausbildung: diente der Sternenflotte in jungen Jahren auf einem entlegenen Außenposten und schrieb eine Doktorarbeit über die Veredelung von Dilithium-Kristallen durch negative Zentrifugation

Soft Skills: ist die Ruhe in Person und kann bei dringenden Reparaturen an der Enterprise stets die unrealistischen Zeitvorgaben von Captain Kirk unterbieten

Größte Errungenschaft: entwickelte auf Basis theoretischer Überlegungen von Spock das Beamen

Schwächen: So gut wie keine. Vielleicht zu nachsichtig gegenüber Chef-Allüren. Hat außerdem eigentlich nur vier Finger (Schauspieler James Doohan fehlte tatsächlich der rechte Mittelfinger, den er im Zweiten Weltkrieg verlor. Mit geschickter Kameraführung oder Handdoubles wurde dies aber fast immer kaschiert).

Wäre im wahren Leben: Ein interessantes Vorbild, etwa typischer technischer Betriebsleiter mit Hang zum Pragmatismus. Übrigens: Wissenschaftler konnten bereits einzelne Atome "beamen". Um aber atomare Bindungen von Dingen oder Menschen zu lösen, müsste eine Erhitzung auf ca. 1 Milliarde K erfolgen. Das wäre ungesund.


Alter: 38

Tätigkeit: CEO von Stark Industries

Typ: Self-Made-Genie

Ausbildung: studierte Elektrotechnik am MIT, zwei Master-Titel

Soft Skills: Eloquenz, Selbstdisziplin und -vertrauen, analytisches Denken

Größte Errungenschaft: "Iron Man Armor MK III" (erster rot-gelber Kampfanzug)

Schwächen: Exzentriker, Lebemann, nah an narzisstischer Persönlichkeitsstörung, reagiert allergisch auf Kritik

Wäre im wahren Leben: Leiter einer Rüstungsfirma. Würde Streitkräfte beliefern (natürlich nur die Guten) und reich werden. Erfolgreiches Entrepreneurship, kombiniert mit Rampensau-Attitüde, gäben der Boulevard-Presse Futter. Sein Schaffen würde dabei allerdings verklärt werden.


Alter: 26

Tätigkeit: Raumfahrtingenieur am California Institute of Technology

Typ: Nerd

Ausbildung: Master in Ingenieurwissenschaft am MIT

Soft Skills: miese Anmachsprüche und Zaubertricks

Größte Errungenschaft: "Wolowitz'sche Schwerelosigkeit-Notdurftentsorgungssystem" (Weltraumklo für die ISS)

Schwächen: Erdnussallergie, Comic- und Videospielsucht, hat keinen Doktortitel

Wäre im wahren Leben: Genau das, was er in der Fernsehserie ist. Vielleicht kein Role-Model, dennoch recht realistisch. Hat viel auf dem Kasten, aber ein Problem mit Frauen. Typischer Ingenieur also (haha)... Würde in der Echtwelt eher die Fach- als Führungslaufbahn einschlagen, und wahrscheinlich scheitern.


Alter: 35

Tätigkeit: Angestellter der "Phoenix Foundation" (Forschungsorganisation und privater Sicherheitsdienst)

Typ: Pfiffikus

Ausbildung: Physikstudium und Agent der Special Forces

Soft Skills: Empathie, Organisationstalent, Sprachgenie (Deutsch, Russisch, Gebärdensprache und und und)

Größte Errungenschaft: selbstgebauter Laser aus: kristallbestückten Stangen, Rubin, goldenem Ball, Schlüssel und Sonnenlicht

Schwächen: glaubt unablässig an das gute im Menschen

Wäre im wahren Leben: Wohl eher Soziologe und Kandidat auf die Nachfolge Niklas Luhmanns, denn: Niemand beweist durch die Kombination physikalischen Wissens und handwerklicher Begabung, dass Reduktion von Komplexität eine feine Lösung für jede Art von Problemen ist. Alternativjob: Moderator bei den Mythbusters. 


Alter: Unbekannt

Tätigkeit: freiberuflicher Bösewicht mit purer Lust am Schabernack

Typ: Superschurke

Ausbildung: Autodidakt seit Kindestagen - wollte schon als kleiner Junge in den Weltraum und malte und bastelte Raketen

Soft Skills: harte Schale, aber gar nicht mal so tief drinnen ein Herz, weich wie Pudding

Größte Errungenschaft: Diebstahl des Mondes mit Hilfe eines von Erzfeind Vector gemopsten Schrumpfstrahlers

Schwächen: Mutterkomplex (will, dass Mama einmal im Leben stolz auf ihn ist)

Wäre im wahren Leben: Überhaupt irgendeine Art Ingenieur? Ist eher User als Erfinder, betreibt keine eigene Grundlagenforschung und legt selbst kaum Hand an. Lässt seine Handlanger - Dr. Nefario und die putzigen Minions - alle Arbeit machen. In Unternehmen mit ausreichend Ja-Sagern in subalternen Positionen könnte Gru sich eine Weile an der Spitze halten. Aber nur bis die zweite Ebene revoltiert und einen Betriebsrat gründet.


Alter: 50

Tätigkeit: selbstständiger Atom-Physiker

Typ: erst Weltverbesserer, dann Mad Scientist

Ausbildung: Doktor der Nuklearphysik und Biochemie

Soft Skills: Durchsetzungsvermögen und analytisches Denken

Größte Errungenschaft: Entwicklung neurosensitiver Tentakel

Schwächen: Größenwahn, Machtbessenheit, aber wenn die Tentakel erstmal weg sind, ein Mensch wie jeder andere

Wäre im wahren Leben: Bei Einnahme entsprechender Psychopharmaka ein ebenso begnadeter wie charmanter Wissenschaftler. Könnte es in einem auf Exzellenz gegründeten Unternehmen bis ganz nach oben schaffen.


Alter: 170

Tätigkeit: CEO des Lieferdienstes "Planet Express" und Professor an der Mars University

Typ: Mad Scientist

Ausbildung: machte 14 Jahre lang den Master und habilitierte mit 59

Soft Skills: neugierig und kreativ

Größte Errungenschaft: Schwarze-Energie-Antrieb - bewegt nicht das Raumschiff, sondern den Raum drumherum

Schwächen: senil, verwirrt, amoralisch, kaltblütig, verheizt Angestellte mit den Worten "good news, everyone"

Wäre im wahren Leben: Am Kernforschungszentrum CERN beschäftigt, alles andere wäre nicht urgewaltig genug. Schließlich stand die Welt durch seine Erfindungen schon öfters am Rande des Untergangs. Auch der Large Hadron Colider am CERN sollte nach Lesart der Physik-Auguren die Welt bei Inbetriebnahme in ein schwarzes Loch stürzen. Steht aber noch alles. Bis Farnsworth käme.

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