Mystisches Wesen Student
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04. Dez 2012

Christina Scholten

Abibuzz - Funstuff

Der Student – ein mystisches Wesen

-ARCHIV-

Auf der Pirsch: UNICUM Abi erforscht die Spezies Student

Leise muss man sich heranpirschen, um den Studenten in seinem natürlichen Umfeld beobachten zu können, der Universität. Dort sitzt er entweder zwischen Stapeln von Büchern oder konzentriert mitschreibend in einer Vorlesung. Laute Geräusche müssen in diesem Falle unbedingt vermieden werden, um ihn nicht zu verschrecken. Lange blieb das Wesen des Studenten verborgen, hinter Bierflaschen und Rauchschwaden wurde er vor allem als "partysüchtig" und "arbeitsfaul" verkannt. Was verbirgt sich hinter den Mythen?

Neue Wesensarten am Studenten festgestellt

Bekannt durch sein langes Schlafvermögen und seine Nachtaktivität, bietet sich seit einiger Zeit ein ungewohntes Bild: Studenten, die schon morgens aktiv in die Hörsäle strömen. Veränderungen in seiner Umwelt begründen diesen Antrieb, Kenner nennen das Phänomen "Bachelor/Master-System".

Gabriele Bensberg (Studentenwerk Mannheim) ist eine dieser ExpertInnen, durch jahrelange Arbeit nahe am Student konnte sie sich in seine Verhaltenswelten einschleusen. Dabei beobachtete sie eine neue Wesensart, die sich innerhalb der studentischen Evolution herausgebildet hat. Es handelt sich dabei um den ernsten Blick in Richtung Zukunft. Dadurch habe sich die natürliche Veranlagung zu Alkoholgelagen und durchfeierten Nächten stark gemindert, berichtet sie. Ein weiterer Experte, Stefan Grob vom Deutschen Studentenwerk, resümiert: "Der Student heute ist leistungsorientiert, er ist pragmatisch, motiviert und er nimmt das Studium sehr ernst."

Die Spekulation über den Verbleib des studentischen Zeitpensums konnte inzwischen auch geklärt werden. 44 Stunden pro Woche ist er durchschnittlich beschäftigt. Nicht nur auf dem Campus, seinem Territorium, ist er dann zu sehen, denn die sogenannten Nebenjobs entpuppen sich als wichtige Überlebensstrategie für den sonst eher genügsamen Typus eines jungen Menschen. Denn nach Messwerten der Sozialerhebung des Deutschen Studentwerkes lebt der Student von durchschnittlich 812 Euro im Monat. 87 Prozent der besagten Gruppe ist deswegen noch abhängig von ihrer Parentalgeneration.

Nestbauer und Gemeinschaftssinn

Entgegen der landläufigen Meinung, der Student bleibe bezüglich seiner Behausungsform im Kollektiv im Gleichgesinnten (auch "WG" genannt), ist nun eine weitere typische Lagerstätte bekannt geworden. Das elterliche Heim bietet noch für 23 Prozent Schutz. Viele geben sich auch der Paarungsbereitschaft hin und bevorzugen den Nestbau mit dem Partner. Auch die für den Studenten typische Wohngemeinschaft existiert nach wie vor. Doch auch hier bietet sich nicht das mythische Bild wilder Orgien und Saufgelagen, wie es aus vergangenen Tagen bekannt ist.

Hingegen besagen Berichte aus dem Ausland, in dem sich die Studenten temporär aufhält, dass er dieses Verhalten dorthin auslagert. Die Expertin Bensberg kann hier bedingt zustimmen. Gerade in sonnigen Gefilden wirken Reaktionen, die Ausgelassenheitszustände bei dem sonst recht angespannten Typus hervorrufen. Andere Studienbedingungen in vielen Ländern begünstigen das Verhältnis.

Überlebenskampf Klausurenphase

Interessant ist auch ein halbjährig wiederkehrendes Phänomen, das bei vielen Studenten zu beobachten ist. In einer Art Überlebenskampf mit nahtodähnlichen Erfahrungen durchleben sie dann die bedrohlich wirkende "Klausurenphase". Ihr Lebenswandel würde in dieser Zeit vor allem durch wenig Schlaf und viel Koffein beeinträchtigt, besagt die Legende. Diese Annahme ist auch noch bei dem hochentwickelten Studenten zu beobachten. Hier gilt die biologische Faustregel "Survival of the Fittest" nach Darwin, selektiert werden nur die Schwächsten.


UNICUM Abi Buchtipp: Survivalguide Bachelor

Praktische Tipps durch den tiefen Dschungel des Studium sind im Buch "Survivalguide Bachelor" von Gabriele Bensberg und Jürgen Messer zu finden. Erschienen beim Springer Verlag.

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