Thor 3: Ragnarok
Regisseur Taika Waititi (li.) and Chris Hemsworth am Set von "Thor 3" | Foto: ©Marvel Studios 2017
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13. Apr 2017

David Streit

Filme

Film-News: Warum der Trailer-Buzz immer wichtiger wird

FILMICUM in der KW 15/16 im Überblick:

Neu im Kino

"Fast & Furious 8" (Start: 13. April 2017)
"The Founder" (Start: 20. April 2017)

Thema der Woche

 Über die neue Rekordjagd von Trailern

Streaming-Perle

"Sing Street" auf Amazon Prime

Einen Versuch wert

Schüler lädt Emma Stone mit nachgestellter Szene aus "La La Land" zum Abschlussball ein

Darauf freuen wir uns

"King Arthur: Legend of the Sword" (Start: 11. Mai 2017)


Neu im Kino

"Fast & Furious 8" (Start: 13. April 2017) – In dem adrenalingeladenen Franchise steht die Familie über allem. Dieses Mal wendet sich Oberhaupt Dom Toretto (Vin Diesel) aber gegen seine eigenen Leute. Der Grund: Cyber-Terroristin Cipher (Charlize Theron) zwingt ihn dazu, für sie zu arbeiten. Sie plant ein Atom-U-Boot zu stehlen und die Welt im Chaos versinken zu lassen. Die Schauplätze des Actioners reichen von den Sonnenstränden Kubas über die Straßen New Yorks bis hin zu den arktischen Eispisten der Barentssee.

Dass da nicht mehr viel Platz für anspruchsvolles Storytelling bleibt, ist selbsterklärend. Lediglich die kopflose Action ist über jeden Zweifel erhaben. Wenn sich hunderte Autos ferngesteuert zu einem zerstörerischen Schwarm zusammenschließen und durch die Innenstadt jagen, dann zeigt sich "Fast & Furious 8" von seiner besten Seite. Für unfreiwilliges Gelächter wird ein Hinweis am Ende des Abspanns sorgen, dass man die gezeigten Stunts bitte nicht nachmachen soll. Warum das so ist, zeigt schon der Trailer:

 

"The Founder" (Start: 20. April 2017) – In der wahren Geschichte vom Aufstieg der Fast-Food-Kette McDonald’s geht es nur bedingt um ihre Gründer Mac (John Carroll Lynch) und Dick McDonald (Nick Offerman). Im Mittelpunkt steht der Geschäftsmann Ray Kroc (Michael Keaton). Dieser kann als Vertreter von Milchshake-Mixern Anfang der 1950er-Jahre nur bedingt Erfolge vorweisen. Doch er erkennt das Potential, aus dem Familienbetrieb mit dem revolutionären Zubereitungskonzept ein nationales Franchise zu machen.

Also schließt er sich mit den Brüdern zusammen und optimiert, wo er nur kann. Seine Vision für McDonald’s hat am Ende nicht mehr viel mit der Ursprungsidee von Mac und Dick zu tun. Das Biopic regt zum Nachdenken an: Ist Ray Kroc nun ein visionärer Kopf oder ein Dickschädel, der sich wirklich um jeden Preis durchsetzen will? Fest steht, dass es McDonald’s ohne ihn heute so nicht geben würde. "The Founder" ist eine spannende Zeitreise zurück zu den Anfängen eines Unternehmens, das mittlerweile jeder kennt.


Thema der Woche

Vor drei Tagen hat Marvel den ersten Teaser-Trailer zum Superheldenfilm "Thor 3: Ragnarok" (Start: 26. Oktober 2017) veröffentlicht. 24 Stunden später wurde der zweiminütige Ausschnitt über alle Plattformen verteilt bereits 136 Millionen Mal aufgerufen. Das ist absoluter Rekord für das Filmstudio Disney, dessen vorheriger Spitzenreiter "Die Schöne und das Biest" am ersten Tag schon auf stolze 127,6 Millionen Aufrufe kam. Nicht einmal die "Star Wars"-Reihe kann mit diesen Erfolgen mithalten. Doch nun muss man sich natürlich fragen, woran das liegt und warum ausgerechnet ein Thor-Teaser so begeistert?


Die offensichtliche Antwort: Sehr viele Menschen freuen sich auf die Auseinandersetzung zwischen dem Donnergott (Chris Hemsworth) und dem wütenden Hulk (Mark Ruffalo). Eine weitere Möglichkeit ist die ungewöhnliche Aufmachung des Films. Im 80er-Jahre-Neon-Look entführt uns Indie-Regisseur Taika Waititi ("5 Zimmer Küche Sarg") in eine absurde Welt aus Rock-Hymnen und Gladiatoren-Kämpfen. Am wahrscheinlichsten aber ist der konsequente Fokus auf die sozialen Medien. So ein Trailer-Launch ist heutzutage neben dem Kinostart der wichtigste Zeitpunkt, um alle Aufmerksamkeit auf sich zu ziehen.

Je stärker sich ein Trailer dafür eignet, viral verbreitet zu werden, desto wahrscheinlicher ist dieser Tage sein Erfolg. Man nehme also ein Thema, mit dem jeder etwas anfangen kann, und verpacke es in genügend Humor, Nostalgie oder Skurrilität – und fertig ist das Erfolgsrezept.

Der erfolgreichste Trailer überhaupt ist auch erst vor zwei Wochen erschienen. Das Horror-Remake zu Stephen Kings "Es" traf den Nerv der Netzgemeinde. Zu Clowns hat nun wirklich jeder eine Meinung! Und nach den prompten Beschwerden von echten Clowns gab es natürlich kein Halten mehr. Ganze 197 Millionen Aufrufe registrierte "Es" nach nur einem Tag.


Streaming-Perle

"Sing Street" spielt in den 80ern und erzählt die Geschichte vom 15-jährigen Conor (Ferdia Walsh-Peelo), der für seine große Liebe vorgibt, Musiker zu sein. Wir lernen dann zusammen mit ihm wie man Songtexte schreibt, ein Musikstück strukturiert und wie Akkordabfolgen funktionieren.

Als Grundlage dient der musikalische Kanon der Zeit. So ähneln die Kompositionen ganz bewusst verschiedenen Musikstilen von Duran Duran über a-ha bis zu The Cure. Hinzu kommt, dass das junge Musikfernsehen mit der Gründung von MTV auch den Bedarf an ausgefallenen Musikvideos manifestierte. "Sing Street" verbindet alle Elemente zu einer spaßigen Zeitreise zurück zu den Anfängen einer neuen Musik-Ära, in der es die Außenseiter der Gesellschaft schafften mit viel Kreativität und ihrer ganz eigenen Schrulligkeit die Massen zu begeistern.


Einen Versuch wert

Jacob Staudenmaier‏ steht kurz vor seinem Schulabschluss – aber ihm fehlt noch ein Prom-Date. Also hat er kurzerhand die Eröffnungsszene aus "La La Land" nachgestellt und eine Einladung an Schauspielerin Emma Stone eingesungen und tanzend vorgetragen. Das Video wurde Tausendfach geteilt und erreichte schlussendlich sogar seine Angebetete.

Emma Stone hat Jacob auch persönlich geantwortet – musste aber wegen Dreharbeiten auf der anderen Seite der Welt leider absagen. Der sieht es sportlich und freut sich, dass es bald schon einen neuen Film von ihr zu sehen gibt. Wahrscheinlich wird er nach diesem Hype auch noch eine adäquate Alternative zu Emma finden. Hier könnt ihr euch seinen Antrag in voller Länge ansehen:


Darauf freuen wir uns

"King Arthur: Legend of the Sword" (Start: 11. Mai 2017) – Regisseur Guy Ritchie ("Sherlock Holmes") ist der richtige Mann, wenn es um Neuerzählungen historischer Stoffe geht. Seine Filme haben alle einen rauen Look und sind mit einem Augenzwinkern inszeniert.

Dieses mal im Fokus: Arthur (Charlie Hunnam) und das magische Schwert Excalibur. Für ihn gilt es sich gegen den Tyrannen Vortigern (Jude Law) zu behaupten und die Bevölkerung aus seiner Schreckensherrschaft zu befreien. Der erste Eindruck verspricht einen visuell mal wieder wahnsinnig berauschenden Film.


Die nächste Ausgabe FILMICUM erscheint am 27. April 2017

Artikel-Bewertung:

3.67 von 5 Sternen bei 15 Bewertungen.

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