Samia Houbban
Samia Houbban | Foto: Moritz Hagedorn
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24. Mai 2013

Anna Gumbert

News

Schulhofstar: Samia Houbban

-ARCHIV-

Die Schülerin engagiert sich bei der "Jungen Islam Konferenz"

Bei der "Jungen Islam Konferenz" treffen sich Gläubige und Nicht-Gläubige

"Ich trage kein Kopftuch, weil ich mich noch nicht bereit fühle. In Zukunft werde ich das aber auf jeden Fall tun!" ist sich Samia Houbban sicher und widerspricht damit dem Klischee, muslimische Frauen würden zum Tragen der Kopfbedeckungen gezwungen. Solchen Vorurteilen sehen sich viele Muslime in Deutschland ausgesetzt – das soll geändert werden!

Im März 2013 kam in Berlin die sogenannte "Junge Islam Konferenz" zusammen. Die Teilnehmer waren zwischen 17 und 25 Jahren alt, Studenten und Schüler, Gläubige und Nicht-Gläubige, und diskutierten über die Situation des Islams in Deutschland und wie man sie verbessern könnte. Eine der Jüngsten unter ihnen: Samia. "Eine Freundin hat mich auf die Idee gebracht, an der Konferenz teilzunehmen", erzählt die damals 17-Jährige.

Einsatz für ein tolerantes Miteinander

Mithilfe einiger Infomaterialien sollte sie sich auf die Tagung vorbereiten. Ein besonderes Anliegen, das sie in der Konferenz ansprechen wollte, war, den Unterschied zwischen Kultur und Religion klarzustellen. "Wenn Leute hören, dass du aus Ägypten kommst, fragen sie automatisch, ob du Moslem bist. Das ist doch Quatsch!" Auch ärgert es Samia, dass sie sich immer verteidigen muss, wenn sie zu ihrem Glauben steht. "Ich versuche dann, mein Gegenüber zu informieren. Die meisten Vorurteile entstehen einfach durch Unwissen." Ihre Punkte wurden im Konzept der Jungen Islam Konferenz aufgenommen, welches der "Deutschen Islam Konferenz" und schließlich auch Bundespräsident Gauck vorgelegt werden soll. Ob es was bei den großen Leuten der Politik bewirkt, wird sich zeigen.

Dass ein Zusammenleben zwischen muslimischen Deutschen tatsächlich möglich ist, beweist schon Samias Schule. "Wenn ich Nachmittagsunterricht habe und in der Pause beten möchte, dann schließen mir die Lehrer dafür einen Raum auf. Meine Mitschüler gucken auch nicht blöd, die sind da alle sehr tolerant."


Mehr über Samia Houbban

Samia Houbban hat mit 17 Jahren zusammen mit den anderen Teilnehmern der Jungen Islam Konferenz 2013 ein Konzept für das Bundesinnenministerium erstellt, dass einen besseren Dialog zwischen der Gesellschaft und den Muslimen Deutschlands ermöglichen soll. Sie besuchte zu dieser Zeit die elfte Klasse der Musterschule in Frankfurt und plante dort im nächsten Jahr ihr Abi machen.

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