Studie FH unbefristeter Arbeitsvertrag
Der Einstieg in den Job gelingt FH- und Uni-Absolventen gleichermaßen | Foto: Thinkstock/DeanDrobot
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10. Jun 2016

Nina Weidlich

News

Fachhochschulen auf der Überholspur

Studie zeigt: FH-Absolventen starten immer häufiger mit unbefristeten Arbeitsverträgen

Daumen hoch für´s Studium

Die Zahlen ergeben sich aus einer aktuellen Studie des Deutschen Zentrums für Hochschul- und Wissenschaftsforschung (DZHW), welche vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) gefördert wurde. Auch Daten des International Centre for Higher Education Research in Kassel sind in die Erhebung eingeflossen.

Befragt wurden Absolventen des Jahrgangs 2013, welche mehrheitlich positiv auf ihre Studienzeit zurückblicken. Besonders mit der Organisation der einzelnen Studiengänge sind die Hochschulabsolventen zufrieden gewesen. Insgesamt hatten die Absolventen im Jahr 2013 mehr Erfolg beim Berufseinstieg als solche früherer Jahrgänge. Bildungsministerin Johanna Wanka sieht in den Ergebnissen eine Bestätigung für eine gelungene Umsetzung der Bologna-Reform und lobt Fachhochschulen und Universitäten für ihre Arbeit.


Grafik FH Berufseinstieg


1:0 für FH-Absolventen

Welche Auswirkungen die Umstellung auf das Bachelor-Master-System auf die Absolventen konkret hatte, zeigt dir unser Überblick.

Länge der Arbeitssuche

Sowohl FH- als auch Uni-Absolventen suchen im Schnitt etwa 3,5 Monate nach einem Job.

Qualität des Berufseinstiegs

Ein großer Teil der Absolventen hat gleich nach dem Studium einen Job gefunden, der ihrer Qualifikation entspricht oder sogar darüber liegt:

  • Fachhochschule: 60% (Bachelor und Master)
  • Uni: 46% (Bachelor), 76% (Master)

Mit über 40% aller Absolventen ist ein Großteil der Befragten im Dienstleistungssektor untergekommen. Besonders für Fachholschulabsolventen ist zudem die Industrie von Bedeutung, Uni-Abgänger finden sich häufig auch im Bildungssektor wieder.

Einstiegsgehalt

So viel haben Vollzeit-Berufstätige nach ihrem ersten Arbeitsjahr auf dem Konto:

  • Fachhochschule: 35.100 € (Bachelor), 40.200 € (Master)
  • Uni: 30.200 € (Bachelor), 38.500 € (Master)

Der Unterschied in den Gehältern kommt vor allem durch die Zusammenstellung der Studienfächer an FH und Uni zustande. An Unis ist das Studienangebot meist viel breiter gefächert, sodass sich dort eine höhere Gehaltsspanne ergibt.

Wer sucht wie nach einem Job?

Die Vorgehensweise bei der Jobsuche ist je nach Grad des Abschlusses und Art der Hochschule verschieden. So bewerben sich Master-Absolventen häufiger auf ausgeschriebene Stellenangebote als solche, die einen Bachelor in der Tasche haben. Ein möglicher Grund dafür ist, dass Unternehmen in ihren Stellenausschreibungen häufig explizit einen Masterabschluss voraussetzen. Sowohl Bachelor- als auch Master-Absolventen setzen außerdem auf persönliche Kontakte, z.B. durch den Besuch von Kontaktmessen.

Besonders diejenigen mit FH-Abschluss nutzen bei der Jobsuche Kontakte, die sie bereits über Praktika während des Studiums aufgebaut haben. Unter den Uni-Absolventen ist diese Vorgehensweise seltener. Unter ihnen zählen vorwiegend Studierende der Ingenieurs- und Wirtschaftswissenschaften sowie der Medizin auf bereits bestehende Kontakte.

Praktika nach dem Studium werden vorwiegend von Bachelor-Absolventen der Unis als Einstieg in den späteren Beruf genutzt. Insbesondere Geistes- und Sozialwissenschaftler haben über diesen Weg versucht, einen geeigneten Job zu finden. Welche Strategie am erfolgreichsten ist, hängt von vielen Faktoren ab. Insgesamt lässt sich aber sagen, dass die meisten Studierenden mit den dargestellten Vorgehensweisen gute Chancen hatten.

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