IT-Sicherheit
Fachkräfte der IT-Sicherheit werden dringend gesucht | Foto: Pexels

Zukunftsweiser

18.04.2017

IT-Sicherheit studieren

IT-Sicherheit studieren

Bei den ganzen Hacker-Angriffen momentan deutet alles darauf hin: Wer IT-Sicherheit zu seinem Steckenpferd macht, der geht goldenen Zeiten entgegen. UNICUM ABI erklärt, w ... mehr »

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19. Apr 2017

Sebastian Wolking

Zukunftsweiser

Jobs mit Zukunft: Einstiegs-Chancen in der IT-Sicherheit

560 Millionen Schadprogramme

Im Dezember 2016 legte ein Hackerangriff auf die Deutsche Telekom Hunderttausende Internetanschlüsse lahm. Wenige Tage später wurde ThyssenKrupp Opfer einer Cyberattacke. Die Hacker hatten es auf Know-how und Forschungsergebnisse des Stahl- und Technologiekonzerns abgesehen – offenbar ein Fall von Industriespionage. Und im gleichen Monat ging der Trojaner Goldeneye in mittelständischen Firmen um – getarnt als Initiativbewerbung.

Diese Fälle bestätigen, was das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) in seinem Jahresbericht 2016 schrieb: dass die "Bedrohungslage zunimmt". Ob die Angriffe von einzelnen Hackern oder kriminellen Vereinigungen, vielleicht sogar feindlich gesinnten Staaten ausgehen, das weiß meist keiner so genau.

Allein im August 2016 lag die Zahl bekannter Schadprogramm-Varianten bei gigantischen 560 Millionen. Die Frage der Sicherheit der eingesetzten IT-Technik sei "wesentliche Vorbedingung für das Gelingen der Digitalisierung in Deutschland geworden", so das BSI.

Jobs zu vergeben: Automobil, Gesundheit, E-Commerce

Die Unternehmen versuchen daher gegenzusteuern, der Staat gründete vor einigen Jahren das Nationale Cyber-Abwehrzentrum. All das bedeutet: Fachleute dringend gesucht! Denn WLAN-Netze müssen gesichert, Firewalls errichtet, Konto- und Sicherheitsrichtlinien erstellt werden – um nur drei grundlegende Teilaufgaben zu nennen.

"Von den ITK-Unternehmen (Informations- und Telekommunikationstechnik, Anm. der Red.) mit offenen Stellen für IT-Fachkräfte geben 17 Prozent an, dass sie Sicherheitsexperten suchen", teilt der Branchenverband Bitkom UNICUM auf Anfrage mit. Und von den IT-Anwendern mit offenen Stellen suchen 17 Prozent solche Spezialisten, im Vorjahr waren es erst zwölf Prozent. "Die Nachfrage steigt in diesem Bereich also noch rasanter an als in der ITKBranche", so die Bitkom.

In einer weltweiten Umfrage des Sicherheitssoftware-Herstellers Kaspersky waren gar 48 Prozent der befragten Führungskräfte der Ansicht, dass es in der IT-Security einen Fachkräftemangel gebe. Vor allem diese Branchen suchen laut Kaspersky Sicherheitspersonal: Immobilien, Verteidigung, E-Commerce, Gastronomie, Finanzdienstleistungen, IT und Telekommunikation.

In Deutschland sieht das Fraunhofer-Institut für Angewandte und Integrierte Sicherheit (AISEC) besonders in der Industrie, speziell im Automobilbereich, aber auch im Gesundheitswesen extrem steigenden Bedarf. Für junge Security-Fachkräfte gilt also: Der Arbeitsmarkt steht sperrangelweit offen. "Ein Universitätsabschluss ist wünschenswert, aber definitiv keine Voraussetzung", so die Bitkom.

Die Nachfrage ist hoch, entsprechend hoch sind auch die Gehälter. Laut einer Analyse der Gehaltsspezialisten von Compensation Partner verdienen Fachkräfte in der IT-Sicherheit im Schnitt satte 71.000 Euro pro Jahr – und stehen damit sogar im Vergleich aller IT-Spezialisten auf Platz eins.

IT-Sicherheit: 4 Jobs im Kurz-Porträt

IT-Forensiker

Ein vergleichsweise neuer Job. IT-Forensiker spüren Cyberkriminellen nach, Landeskriminalämter suchen beispielsweise dringend welche. Sie untersuchen Sicherheitsvorfälle, sichern digitale Beweismittel, erstellen Gutachten und Empfehlungen.

IT-Forensiker haben es mit Internetbetrug über Industriespionage bis hin zur Mordermittlung zu tun, sind so etwas wie die Spürhunde vor dem Rechner. Der Job-Einstieg ist (noch) nicht einheitlich geregelt. Eine Ausbildung zum Fachinformatiker plus berufsbegleitende Weiterbildung kommt genauso infrage wie ein (spezielles) Informatik-Studium.

IT-Security Consultant

Die IT-Sicherheitsberater arbeiten intern oder beim Kunden, beraten und implementieren Sicherheitslösungen. Sie sollten daher Beraterqualitäten mitbringen, vermitteln und erklären können, unter Umständen sogar Schulungen durchführen – und viel reisen. Denkbare Einstiege: IT-Ausbildung, Informatik-, aber auch Physik- oder Mathe-Studium.

Penetration Tester

Sie testen die Sicherheit der IT-Infrastruktur, zum Beispiel von Web-Applikationen, WLAN oder Mobile Devices. Penetrationstester greifen also gezielt das eigene System an, um Schwachstellen und Sicherheitslücken aufzudecken. Tüftler und Bastler können sich in diesem Job austoben – oft sind es Quereinsteiger. Manchmal gehört Penetration Testing auch zum Jobprofil eines IT Consultants oder IT Security Engineers.

Administrator

Dieses Jobprofil gibt es schon länger: System- und Netzwerkadministratoren installieren Hard- und Software im Unternehmen, beheben Fehler, konfigurieren, optimieren und schützen vertrauliche Daten. Häufig erfolgt der Einstieg über eine Ausbildung zum Fachinformatiker. In kleineren Firmen übernehmen Administratoren oft auch die Rolle des IT-Sicherheitsbeauftragten.

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