IT-Sicherheit studieren
Studiengang mit Zukunft: IT-Sicherheit | Foto: pixabay/ar130405

Zukunftsweiser

19.04.2017

IT-Sicherheit

Jobs mit Zukunft: Einstiegs-Chancen in der IT-Sicherheit

IT-Security könnte man mit einer Versicherung vergleichen. Man merkt erst, wie wichtig sie ist, wenn man sie dringend braucht. Und in der Wirtschaft tauchen vermehrt Prob ... mehr »

Autorenbild

18. Apr 2017

Sebastian Wolking

Zukunftsweiser

IT-Sicherheit studieren

Den Hackern Kontra geben

Ein paar Klicks und schon hatte Marko Schuba Zugriff auf 3.600 Baby-Monitorsysteme. Der IT-Experte der FH Aachen hätte also völlig problemlos – behauptet er jedenfalls – in fremden Kinderzimmern den Zwergen beim Schlummern zuschauen können.

Weil sich nämlich die Kamera des getesteten Geräts mit einer Cloud im Internet verbindet, öffnet sie Angriffen von Hackern Tür und Tor. "Das Sicherheitsniveau dieses Gerätes ist ungefähr auf dem gleichen Stand wie unsere PCs vor 25 Jahren", resümiert der Professor für Datennetze, IT-Sicherheit und IT-Forensik.

Ein anderes Sicherheitsleck versuchten Forscher der Uni des Saarlandes zu stopfen. Sie entwickelten eine Software, die verhindern soll, dass Hacker fremde Autos quasi fernsteuern – und im Worst Case das Abbremsen des Fahrzeugs verhindern – können. Mit der Software lasse sich jedes Auto nachrüsten und sicherer machen, betonen sie.

IT-Sicherheit: 42 Studienangebote

Die Beispiele zeigen: Das Thema IT-Sicherheit ist auch in den Hochschulen angekommen. In den vergangenen zehn Jahren sind mehrere Lehrstühle und Studiengänge neu eingerichtet worden — an Universitäten, Fachhochschulen, privaten Hochschulen. Von den Volluniversitäten zählen die Unis in Bochum, Saarbrücken, Erlangen-Nürnberg und Lübeck zu den Vorreitern.

Randvoll gefüllt sind die Hörsäle aber noch nicht mit angehenden Security-Spezialisten. Die Datenbank des Deutschen Akademischen Austauschdienstes (DAAD) spuckt nur 42 Studienangebote im Bereich der IT-Sicherheit aus. Zum Vergleich: Der Suchbegriff Elektrotechnik wirft 462 Treffer aus, sogar Romanistik ist mit 96 Angeboten mehr als doppelt so oft vertreten.

Allerdings ist die IT-Security auch "nur" ein Teilbereich der Informatik, konkurriert gewissermaßen mit Games Design, Wirtschaftsinformatik oder Mathematik um die besten Nerds. Und auch ein gewöhnliches Informatik-Studium reicht als Ticket in die Welt der IT-Sicherheit völlig aus – bei persönlicher Eignung und entsprechenden Skills. Denn der Bedarf der  Unternehmen an IT Security Consultants, Penetrationstestern oder IT-Forensikern wächst und wächst, fähige Leute sind in diesem Segment Mangelware.

Drei Studiengänge für Sicherheitsinformatiker

IT-Sicherheit/Informationstechnik – Ruhr-Universität Bochum

Das Bachelor-Fach IT-Sicherheit/Informationstechnik gibt es an der Ruhr-Uni schon seit 2007 – für diese Disziplin eine Ewigkeit. Die Bochumer werben besonders selbstbewusst für ihr Drei-Säulen-Modell: Interdisziplinäre Ausrichtung, die Themengebiete IT- Sicherheit, Informationstechnik und Informatik bilden die Grundbausteine.

Das Studium dauert sechs  Semester, für das letzte Semester ist ein Pflichtpraktikum vorgesehen, der NC lag zuletzt bei 3,0. "Vom Abiturwissen aufbauend werden alle notwendigen Fähigkeiten – von der Kryptographie über Programmiersprachen bis hin zur diskreten Mathematik – bei 'Null' anfangend vermittelt", heißt es im Fächerprofil.

Cybersicherheit – Universität des Saarlandes Saarbrücken

Im Wintersemester 2014/15 fiel in Saarbrücken der Startschuss für den Bachelor-Studiengang Cybersicherheit. Im ersten Semester lernen die Studis die Grundlagen der Cybersicherheit, danach folgen Vorlesungen und Übungen in Secure Software Engineering, Cryptography und Security.

Ein Faustpfand der Saar-Uni: Auf dem Campus befinden sich mehrere Forschungsinstitute, die eng miteinander vernetzt sind und Saarbrücken zu einem Hot Spot der IT-Sicherheit machen. Dazu zählen unter anderem das Center for IT-Security, Privacy and Accountability  (CISPA) und das Deutsche Forschungsinstitut für Künstliche Intelligenz (DFKI).

Informatik – RWTH Aachen

Die Rheinisch-Westfälische ist laut CHE-Ranking neben der Uni Augsburg beste deutsche Hochschule im Fach Informatik. Nach sechs Semestern hat man den Bachelor in der Tasche, einen NC gibt es nicht. Das Studium gliedert sich in praktische, theoretische und technische Informatik, dazu kommen Mathematik und diverse Wahlpflichtkurse.

Die Studierenden bekommen es also mit Datenbanken und Betriebssystemen zu tun, müssen rechnen und programmieren, ein breites Fundament bauen. "Datenkommunikation und Sicherheit" ist dabei "nur" ein kleiner Bestandteil des Lehrplans. Dennoch: spätere Karriere in der IT-Security definitiv denkbar.


InfoMehr Infos zu Studiengängen in ganz Deutschland...

findest du in unserem Studienwahlportal UNICHECK unter www.unicheck.de!

Artikel-Bewertung:

3.55 von 5 Sternen bei 31 Bewertungen.

Deine Meinung: