Private Hochschulen
Private Hochschule: Gute Aussichten für das Studium? | Foto: Thinkstock/Wavebreakmedia Ltd
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04. Aug 2014

Alexandra Straush

Studium

Private Hochschulen

Mehr zahlen, besser lernen?

Was kann ich studieren?

Private Hochschulen sind in der Regel kleiner als staatliche, meistens stehen nicht mehr als zehn verschiedene Studiengänge zur Auswahl. Dafür haben die privaten eine spezielle Zielgruppe im Auge.Am häufigsten setzen sie auf die Managementausbildung, oft zugeschnitten auf verschiedene Branchen wie zum Beispiel Logistik, Tourismus oder Healthcare. An zweiter Stelle kommen technisch-ingenieurwissenschaftliche Studiengänge.

Die meisten privaten Hochschulen lehren mit Blick auf ein späteres Berufsfeld. Deshalb kann man Pädagogik der Kindheit, E-Commerce oder Audio-Design studieren. Aber Angebote wie Kommunikations- und Kulturwissenschaften an der Zeppelin Universität in Friedrichshafen oder Earth and Space Science an der Jacobs University Bremen sind selten.

Private Hochschulen eignen sich besser für Studierende mit einem beruflichen Ziel vor Augen. Unentschlossene, die sich einen späteren Fachwechsel offen halten möchten, haben nur wenig Auswahl. Sehr eingeschränkt ist das Angebot in den Geisteswissenschaften.

Was ist der Abschluss wert?

Alle Hochschulen in Deutschland, auch die privaten, sind prinzipiell staatlich anerkannt. Das gilt natürlich auch für die Abschlüsse. Bachelor und Master haben sich inzwischen an beiden Hochschultypen durchgesetzt. Interessant wird die Unterscheidung erst im weiterführenden Studium. Bei den staatlichen und kirchlichen Hochschulen hat jede dritte das Promotionsrecht. Bei den privaten sind es gerade mal 11 von 114. Wer den Doktortitel oder eine Karriere in Wissenschaft und Forschung in Planung hat, sollte das berücksichtigen.

Was kostet das Studium an einer privaten Hochschule?

An einer staatlichen oder kirchlichen Hochschule ist das Studium kostenlos bis auf den Semesterbeitrag. Mit dem werden die Hochschulverwaltung, die sozialen Leistungen des Studentenwerks oder das Semesterticket bezuschusst. Ganz anders sieht es bei den privaten Hochschulen aus, die den gesamten Betrieb aus Studiengebühren finanzieren müssen. Allerdings fallen die Studiengebühren sehr unterschiedlich aus.

So ist der Studiengang Journalismus und Public Relations an der Westfälischen Hochschule in Gelsenkirchen für 266 Euro pro Semester, bzw. 1596 € für die gesamte Studiendauer des Bachelors, zu haben. An der Dekra Hochschule in Berlin dagegen kostet der Bachelor Journalismus 675 Euro im Monat oder auch 22.950,00 Euro für das gesamte Bachelorstudium.

Dafür lernen an der Westfälischen Hochschule über 8.000 Studenten in 33 verschiedenen Studiengängen. Die Dekra Hochschule hingegen ist spezialisiert auf die Medienausbildung, hat gerade mal 280 Studierende. Das Studium an einer privaten Hochschule muss man sich leisten können. Dafür sind die Studienbedingungen nahezu familiär. Was die Privaten für ihr Geld im Detail zu bieten haben, sollte man sich genau erklären lassen.

Finanzierungsmöglichkeiten gibt es genug, daran ist noch kein Studium gescheitert: Bafoeg, Studienkredite, Stipendien oder den umgekehrten Generationenvertrag. Während des Studiums müssen dann keine Studiengebühren gezahlt werden. Dafür musst du im Anschluss an das Studium einen einkommensabhängigen Ausbildungsbeitrag leisten. Die tatsächliche Studiengebührenbelastung hängt in der Regel vom zukünftig erzielten Einkommen ab. Dabei gibt es Höchst- und Mindestgrenzen.

Aussichten: Wie gut klappt der Start in den Beruf?

Private Hochschulen werben oft mit ihrem guten Netzwerk: Die Lerngruppen sind klein, der Kontakt zum Dozenten ist enger, auch die Ehemaligen bleiben der Hochschule oft verbunden. So haben es die Studierenden leicht, nützliche Kontakte zu knüpfen, aus denen sich ein Bewerbungstipp, ein Praktikumsplatz oder ein Mentoring ergeben kann.

Aber auch die staatlichen Hochschulen holen beim Career Service auf: So bringt zum Beispiel der Verein LMU Management Alumni, Studierende und Ehemalige der Fakultät für Betriebswirtschaft an der Münchner Ludwig-Maximilians-Universität zusammen und die Universität Mannheim bietet ihren Studenten an, Lebensläufe in eine Datenbank für interessierte Unternehmen einzustellen.

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