Alternativen zur Hochschule
Nicht nur an Universität und FH kann man studieren | Foto: Thinkstock/Anna Gontarek-Janicka
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18. Mai 2015

Christina Scholten

Studium

Etwas andere Karriereschmieden

Journalistenschule, Schauspielschule, Polizeihochschule und Sporthochschule

Journalistenschule | Die Axel Springer Akademie in Berlin

  • Das Besondere? Durch den hohen Stellenwert des Axel Springer Verlags in der deutschen Medienwelt ist man als Journalistenschüler hier gleich bei den ganz Großen: Treffen mit Politikern und Promis sind ebenso sicher wie die Auseinandersetzung mit tagesaktuellen Themen.
  • Aufnahmeprüfung und Voraussetzungen: An die 2 000 jungen Medienmacher schicken ihre Texte (jedes Jahr) für die erste von insgesamt drei Bewerbungsrunden ein. Dafür muss man unter 29 Jahre alt sein. Wer die strenge Jury mit seiner Reportage zu einem Thema der eigenen Wahl überzeugen kann, wird mit 200 weiteren Bewerbern zu einem Wissenstest eingeladen. Die besten 80 können sich auf die letzte Runde vorbereiten, in dem ein persönliches Gespräch ansteht – die Hälfte von den Kandidaten wird genommen.
  • Lehrinhalte: das Handwerkszeug des Journalismus von der Theorie bis zur Anwendung. Dazu gehören Vorträge und Kurse bei angesehenen Journalisten wie das Verfassen von eigenen Beiträgen. Anschließend folgt die Praxiszeit in verschiedenen Redaktionen, Pflichtstationen sind dabei die Mitarbeit bei der Welt Kompakt und Bild Online.
  • Worauf bereitet das Studium vor? Ein speziellen Grad erlangt man nicht, die Akademie gilt als „Ausbildung zum Redakteur” und ist in der Branche hoch angesehen.
  • Andere große Journalistenschulen: Henri-Nannen-Journalistenschule in Hamburg, Deutsche Journalistenschule München
  • Wie viele Schüler werden pro Jahrgang genommen? 40 pro Jahrgang
  • Zu welchem Zeitpunkt bewerben? Anmeldeschluss ist der 1. Juni.
  • Finanzielles: Das Studium wird mit 1.200 Euro vergütet.

Schauspielschule | Die Folkwang Universität der Künste in Essen

  • Was ist das Besondere? Die Folkwang Universität ist eine staatliche Schauspielschule und bietet nach dem Studium beste Vermittlungschancen an staatliche Theater. Hinzu kommt die Zusammenarbeit mit bekannten Theaterregisseuren, um eine gute Ausbildung zu garantieren. Schauspiel ist ein achtsemestriger Diplom-Studiengang mit Abschluss „Artist Diploma”.
  • Aufnahmeprüfung und Voraussetzungen: Erst einmal: 30 Euro. Mit dieser Gebühr, Zeugnis und Lebenslauf könnt ihr euch für die Aufnahmeprüfung bewerben. Diese verläuft mehrtägig, umfasst drei Runden. Die erste Prüfungshürde für die meist über 1 500 Bewerber besteht aus einem Vorsprechen, bei dem jeder Prüfling drei Rollen darstellen muss. Dazu gehören neben einem klassischen und einem modernen Monolog auch ein selbst ausgedachter Text. Wer überzeugen kann, muss in den nächsten zwei Runden weiterhin beweisen, dass er das Zeug zum Schauspieler hat. Dazu gehört vor allem, vorgegebene Texte improvisiert darzustellen und seine Rollen auf verschiedene Arten zu spielen.
  • Lehrinhalte: Neben Fechten, Singen und Körperarbeit stehen in den ersten Semestern schauspielerische Techniken und Methodenwissen im Vordergrund.
  • Worauf bereitet das Studium vor? Auf die Arbeit als staatlich anerkannter Schauspieler.
  • Andere große Schauspielschulen: Hochschule für Musik und Theater Felix Mendelssohn Bartholdy, Hochschule für Schauspielkunst Ernst Busch Berlin, Hochschule für Musik und Theater Hamburg
  • Wie viele Studenten werden pro Jahrgang genommen? 10 pro Jahrgang
  • Zu welchem Zeitpunkt bewerben? Vorsprechen ist Anfang Februar, Anmeldung bis zum 31. Oktober.
  • Kostenpunkt: ausschließlich der hochschulübliche Sozialbeitrag

Polizeihochschule | Die Bundespolizeiakademie in Lübeck

  • Das Besondere? Mit Beginn des Studiums ist man Beamter auf Widerruf und Polizeikommissaranwärter. Deshalb muss man während der Vorlesungen Uniform tragen. Das Studium beginnt mit einem sechsmonatigen Grundstudium an der FH des Bundes in Brühl, danach folgen abwechselnd die Praxisphasen an verschiedenen Einsatzorten und das Hauptstudium an der Bundespolizeiakademie in Lübeck. Hier wird auf dem Gelände der Akademie gewohnt, wo kostenlos ein Wohnheimplatz gestellt wird.
  • Aufnahmeprüfung und Voraussetzungen: Bewerber sollten nicht älter als 33 Jahre sein, die deutsche oder eine EU-Staatsangehörigkeit besitzen, hinter der freiheitlich demokratischen Grundordnung stehen und mindestens 1,63 Meter als Frau (als Mann 1,65) und höchstens 1,97 Meter groß sein, keine sichtbaren Tätowierungen oder Piercings haben, sowie gerichtlich nicht bestraft sein. Ein Führerschein ist Voraussetzung, ebenso gute Englischkenntnisse. In einem dreitägigen Auswahlverfahren gibt es einen Intelligenztest, einen Kurzaufsatz, eine polizeiärztliche Untersuchung und Sporttests. Im zweiten Teil werden in einem Assessment-Center die sozialen Kompetenzen wie Leistungsbereitschaft, Flexibilität, Teamfähigkeit und Zivilcourage geprüft.
  • Lehrinhalte: Neben rechts-, gesellschaftswissenschaftlichen und bundespolizeilichen Grundlagen stehen Sport, Polizeitraining, Kriminalistik, Polizeitaktik, Englisch und Berufsethik auf dem Lehrplan.
  • Worauf bereitet das Studium vor? Mit dem Diplom hat man automatisch einen Arbeitsplatz sicher, der Einsatzort wird nach Bedarf festgelegt.
  • Die Aufgaben: Kontroll- und Streifendienst, beispielsweise an Flughäfen, Bahnhöfen oder bei Fußballspielen, Ermittlungsdienst, Sachbearbeiter, nach Fortbildungen auch in der IT oder bei der GSG9 oder der Küstenwache. Die Bundespolizei ist in allen deutschen Botschaften auf der Welt vertreten – es kann also jobmäßig auch ins Ausland gehen.
  • Wie viele Studenten werden pro Semester angenommen? Etwa 700 pro Semester
  • Zu welchem Zeitpunkt bewerben? Studienbeginn ist der 1. September. Ihr könnt euch jetzt für 2014 bewerben.
  • Kostenpunkt: Studenten bekommen 1.000 Euro im Monat und obendrauf die Uniformen gestellt.

Sporthochschule | Die Deutsche Sporthochschule in Köln

  • Das Besondere: Die Deutsche Sporthochschule (DSHS) in Köln ist die einzige Sportuniversität Deutschlands.
  • Aufnahmeprüfung und Voraussetzungen: Zweimal jährlich findet der Eignungstest statt – und der gilt als einer der anspruchsvollsten in Europa. An nur einem Tag werden die Kandidaten in 20 Disziplinen geprüft. Wer hier kein Durchaltevermögen zeigt, ist raus. Von Sprinten und Geräteturnen über Hochsprung und Mannschaftsspiele wie Volleyball und Badminton bis hin zum Schwimmen – zukünftige DSHS-Studenten müssen in allen Bereichen fit sein, denn wer mehr als einmal nicht die geforderte Leistung bringt, muss gehen. Damit die Kandidaten nicht vollkommen ahnungslos in diese schwierige Situation gehen, können sie vor den eigentlichen Prüfungen an Probeterminen teilnehmen.
  • Lehrinhalte: Je nach Studiengang liegt der Schwerpunkt auf anderen Bereichen. An 20 wissenschaftlichen Instituten wird geforscht und gelehrt – von erziehungs-, geistes- und sozialwissenschaftlichen Fächern bis hin zu medizinischnaturwissenschaftlichen Disziplinen. Neben verschiedenen Theorien steht natürlich auch viel Sport auf dem Plan.
  • Worauf bereitet das Studium vor? Wer hier studiert, wird Sport- oder Gesundheitsmanager, Sportjournalist, Lehrer oder Sportphysiotherapeut. Auch eine Promotion oder spätere Habilitation ist für die knapp 5 000 Studierenden möglich. Es gibt Bachelor- und Masterstudiengänge.
  • Kostenpunkt: ausschließlich der hochschulübliche Sozialbeitrag. Die Studenten können, wie an allen anderen Hochschulen auch, Bafög oder Stipendienerhalten.
  • Zu welchem Zeitpunkt bewerben? Die meisten Studiengänge starten regulär zum Winter- und Sommersemester, einige nur mit dem Wintersemester. Die Eignungsprüfung ist unabhängig von der Bewerbung.

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