Ablehnungsbescheid
Ablehnungsbescheid: Aufregen lohnt nicht – lieber Alternativen suchen | Foto: Thinkstock/RomarioIen
Autorenbild

28. Mai 2015

Christina Scholten

Studium

Ablehnungsbescheid

Kein Studienplatz? Keine Sorge!

Ablehnungsbescheid? Ausspannen, weitermachen!

Und Frankie Boy wusste auch, dass es weiter geht. "Each time I find myself flat on my face, I pick myself up and get back in the race." Also heißt es: erst einmal durchatmen. Vielleicht hat man sich schon vorher Gedanken gemacht, wie es sein könnte, wenn man nirgends angenommen wird – die Realität ist aber doch erst einmal ein Schlag ins Gesicht. Das schreit nach einem Trostpflaster. Also ab ins Kino. Oder zum Shoppen. Was du gerade brauchst, gönn es dir! Denn für den Plan B brauchst du einen freien Kopf.

Gut erholt? Dann kann es losgehen. Hier sind die Möglichkeiten:

Parkstudium

Das sogenannte Parkstudium. Der Studenten-Status bringt viele Vorteile mit sich: Semesterticket, Vergünstigungen hier und da und kein Stress mit dem Amt – denn wer weiterhin Kindergeld bekommen möchte, muss nachweisen können, "ausbildungswillig" zu sein. So liegt die Überlegung nahe, sich für einen beliebigen Studiengang einzuschreiben. Wer weiß – vielleicht werden hier noch nicht erahnte Interessen geweckt! Wenn nicht, ist das auch nicht weiter tragisch, denn laut Bafög-Gesetz wird ein Studienwechsel nicht im späteren Antrag angerechnet, wenn er bis zum Ende des dritten Fachsemesters vollzogen ist.

Das Problem: es gibt kaum mehr zulassungsfreie Studiengänge, außer an den kleinen Unis. Meistens steht der NC oder ein anderes Auswahlverfahren im Weg. Eine weitere Hürde besteht darin, dass die Wartesemester mit der Einschreibung in ein anderes Fach flöten gehen. Wer sich pro forma in ein NC-beschränktes Studienfach einschreiben möchte, sollte sich außerdem überlegen, dass er einen Platz besetzt, den andere Bewerber wirklich gewollt hätten.

Reisen

Einfach mal raus: Wann, wenn nicht jetzt?! Wer das nötige Kleingeld hat, sollte es tun. Denn zwischen den Semestern ist oftmals keine Zeit: Praktika, Semesterarbeiten oder Klausuren stehen an. Auch Work & Travel bietet sich als gute Gelegenheit an, Kost und Logis während der Reise zu sichern.

Last-Minute Praktika

Last-Minute Praktika: Die schnelle Flucht ins Praktikum, bevor eine Lücke im Lebenslauf entsteht, ist nicht immer empfehlenswert. Zu groß ist die Gefahr, mit einer halbherzigen Entscheidung unglücklich zu werden, wenn in einer Torschlusspanik ein beliebiges Praktikum genommen wird, um überhaupt etwas zu machen. "Für den Arbeitgeber können sechs Monate in Ostasien manchmal interessanter sein, als ein Praktikum, das gar nicht ins sonstige Bild passt," weiß Jessica Heyser, Pressesprecherin der DGB Jugend für den Bereich Praktika. Sie rät dazu, ruhig zu bleiben, denn diese Auszeit zwischen Abi und Studium ist keine Katastrophe.

Wer aber doch unbedingt ins Praktikum gehen will, sollte sich vorher arbeitsrechtlich absichern: Es gibt befristete Verträge, die wegen der Kürze nicht kündbar sind. Hier ist es nützlich, den Vertrag vorher noch einmal durchzusehen und gegebenenfalls mit dem Chef eine Zusatzklausel auszumachen. So bist du auf der sicheren Seite, wenn dir das Praktikum nicht zusagt oder du doch noch einen Studienplatz (siehe Losverfahren) bekommst.

Arbeiten gehen

Arbeiten gehen: Neue Möbel, feiern gehen mit den neuen Mitbewohnern oder Sozialbeitrag – muss ja alles bezahlt werden. Doch Obacht! Wer viel verdient, muss damit rechnen, dass das Kindergeld gekürzt wird. Das muss aber laut Familienkasse individuell entschieden werden.

Ehrenamtliche Arbeit

Ehrenamtliche ArbeitMal was Gutes tun! Zwar bekommst du hier kein Geld, dafür aber ein gutes Gefühl. Ob Lesepatenschaft, Lebensmittelsammlungen für Bedürftige oder wöchentliche Gruppengespräche mit Strafgefangenen, es gibt viele Projekte, die immer Unterstützung brauchen. Ein großes Plus: auch im Lebenslauf macht sich das Ehrenamt gut. Viele Arbeitgeber achten gerne auf außergewöhnliche Referenzen.

Studienplatzklage

Studienplatzklage. Kommt das Studium nicht zu dir, kommst du eben zum Studium! Sich auf sein Recht berufen und sich einklagen wird immer häufiger.

Los- und Nachrückverfahren

Los- und Nachrückverfahren. Auf die Plätze! Eine kleine Chance auf die beliebten Studienplätze bleibt. Übrig gebliebene Plätze werden dort entweder für die Nachrücker angeboten oder für die Teilnehmer noch einmal verlost – auch für die, die sich vorher nicht auf den Platz beworben haben. Auf der Seite der Stiftung für Hochschulzulassung kannst du dich über die Studienplatzbörse noch bewerben – viel Glück!

Artikel-Bewertung:

3.41 von 5 Sternen bei 132 Bewertungen.

Passende Artikel

Deine Meinung:

Veröffentlicht am 02. Sep 2015 um 13:15 Uhr von Chezzy96
Sehr nett und aufmunternd, aber was ich eigentlich erwartet hatte, fehlte ganz: Was heißt das rechtlich für mich? Welchen Einfluss hat das auf Unterhalt- und Kindergeldzahlungen? Muss ich zu Ämtern und Anträge stellen? Sehr wichtige Fragen, auf die es hier leider keine Antworten gibt..