Gute Aussichten in der Gesundheitsbranche
Entspannt und sorgenfrei in die berufliche Zukunft | Foto: Thinkstock/Sergey Peterman
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15. Apr 2016

Rita Martens-Baentsch

Abi... und dann?

Karriere-Aussichten in der Gesundheitsbranche

Drei zukunftsreiche Berufe

Steigender Bedarf in der Gesundheitsbranche

2014 gab es 2,71 Millionen Pflegebedürftige in Deutschland. Bis zum Jahr 2030 wird diese Zahl nach aktuellen Prognosen auf rund 3,4 Millionen ansteigen. Wegen dieser rasanten Entwicklung werden derzeit 380.000 Fachkräfte gesucht, die alte und kranke Menschen pflegen. Aber auch Informatiker, die Qualität und Effizienz der Gesundheitsvorsorge steigern und Verwaltungsprozesse optimieren, sind gefragt. Gleiches gilt für Kaufleute im Gesundheitswesen, die Daten verwalten und Dienstleistungsangebote entwickeln können. Welche Fähigkeiten für diese drei Bereiche benötigt werden, haben wir im Folgenden zusammengetragen.

Altenpfleger

Altenpfleger haben einen anspruchsvollen und unverzichtbaren Job. Denn mit ihrer Hilfe können hilfsbedürftige alte Menschen ihr alltägliches Leben bewältigen – man denke an die Körperpflege, das Essen oder das Anziehen. Der Beruf des Altenpflegers erfordert dabei einige spezielle Eigenschaften und Fähigkeiten: Du solltest fürsorglich und belastbar, engagiert und pflichtbewusst sein. Außerdem solltest du gerne Zeit mit älteren Menschen verbringen und medizinisches Interesse haben.

Als Altenpfleger sprichst du mit alten Menschen über persönliche Angelegenheiten, motivierst sie, aktiv ihre Freizeit zu gestalten, und begleitest sie bei Behördengängen oder Arztbesuchen. In der Behandlungspflege nimmst du auch therapeutische und medizinisch-pflegerische Aufgaben wahr, wie Verbände wechseln und Medikamente verabreichen.

Der Beruf des Altenpflegers | Foto: Thinkstock/AlexRaths

Du verbringst deine Ausbildungszeit nach einem mittleren Bildungsabschluss sowohl an einer Altenpflegeschule als auch in einer oder mehreren Einrichtungen für Altenpflege. Das können ambulante Pflegedienste, Krankenhäuser, Einrichtungen der sozialen Betreuung oder der Seelsorge sein. Der praktische Ausbildungsteil dient dazu, dich im Umgang mit alten Menschen und deren Pflege zu üben. In der Berufsschule lernst du die institutionellen und rechtlichen Rahmenbedingungen der Altenpflege kennen, machst dich mit Statistiken zum demografischen Wandel, verschiedenen Pflegemodellen und medizinischen Therapiemöglichkeiten vertraut.


Informatiker der Medizinökonomie

Ohne Daten und Daten verarbeitende Software kommt das Gesundheitswesen nicht aus. Als Informatiker der Medizinökonomie passt du die Software an die Bedürfnisse von medizinischen Unternehmen und Institutionen an und entwickelst neue Programme. Du kümmerst dich um die modernen Informationstechnologien in Krankenhäusern, bei Krankenversicherungen und kassenärztlichen Vereinigungen, in Pflege- und Altenheimen und anderen Institutionen des Gesundheitswesens.

Du bist die Schnittstelle zwischen IT-Abteilung und den Fachabteilungen. Du wirkst auch bei der Entwicklung von Software für die Steuerung von Patienten-, Personal-, Besucher-, Informations- und Güterströmen in Krankenhäusern mit. Ebenso konzipierst du Software für EDV-gestützte Verwaltungsaufgaben, wie Bettenverwaltung oder die Zeit- und Terminplanung.

Während der schulischen zweijährigen Ausbildung, die das (Fach-)Abitur voraussetzt, lernst du Hardware-Komponenten von Computersystemen kennen. Du beschäftigst dich ferner mit der Anwendung von Programmiersprachen, mit verschiedenen EDV-Verfahren für betriebliche Aufgaben, mit Datenschutz und -sicherheit, mit der Organisation des Gesundheitswesens, mit dem Aufbau von Verwaltung, Controlling und Organisation in Einrichtungen des Gesundheitswesens sowie mit medizinischen Grundlagen von Diagnostik bis Therapie.


Kaufleute im Gesundheitswesen

Mit einem soliden Realschulabschluss oder einem gern gesehenen (Fach-)Abitur mit guten Noten in den Fächern Deutsch, Mathematik und Englisch kannst du eine Ausbildung zum Kaufmann oder zur Kauffrau im Gesundheitswesen beginnen. Hier wirkst du bei der Entwicklung von Dienstleistungsangeboten mit und planst und organisierst die Geschäfts- und Leistungsprozesse in den unterschiedlichen Arbeitsgebieten des Gesundheitswesens – insbesondere in den Bereichen Einkauf, Finanzbuchhaltung, Personal, Patientenverwaltung und  gesundheitsspezifisches Rechnungswesen.

Kaufmann im Gesundheitswesen | Foto: Thinkstock/dolgachov

Du hast verwaltende Aufgaben, bist aber auch in der Beratung aktiv. Du berechnest Leistungen für Privatkunden, Krankenkassen oder andere Institutionen. Auch das Analysieren von Statistiken oder das Kalkulieren verschiedener Gesundheitsangebote gehört zu deinem Tätigkeitsgebiet. Wenn du beispielsweise im Krankenhaus arbeitest, stehst du im persönlichen Kontakt mit Patienten und vereinbarst Termine, pflegst Krankenakten und bereitest die Abrechnungen für die Krankenkassen vor. Hierfür benötigst du ein umfangreiches Wissen aus dem kaufmännischen Bereich und auch aus dem Gesundheitssektor.

Deine Aufgaben beinhalten auch das Qualitätsmanagement und Marketing. Während der dreijährigen dualen Ausbildung bekommst du die praktischen Inhalte an realen Beispielen im Betrieb vermittelt und lernst die dazugehörigen kaufmännischen Grundlagen in der Berufsschule. Nach eineinhalb Jahren legst du eine Zwischenprüfung ab. Bei besonders herausragenden Leistungen oder vorhandenem (Fach-)Abitur kannst du deine Ausbildung um bis zu ein Jahr verkürzen.


UNICUM Karriere-Tipp

Unzählig viele Berufswege führen in die Gesundheitsbranche. Vielleicht willst du auch lieber direkt Gesundheitswesen studieren oder dich nebenberuflich weiterbilden und qualifizieren.

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