Fremdsprachen lernen
Die gleiche Sprache sprechen: Nicht nur im Job wichtig | Foto: Thinkstock/william87

Ins Ausland

27.10.2016

Sprechen Karriere

Sprichst du Karriere?

Diese Fremdsprachen bringen dich weiter!

Ein Sprichwort sagt "Sprache öffnet die Tore zur Welt" – und da ist etwas dran! In Zeiten der Globalisierung ist auch die Arbeitswelt international geworden. Nicht nur al ... mehr »

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24. Nov 2016

Barbara Kotzulla

Ins Ausland

Ohne Fremdsprachen geht's später nicht – oder?

Das Lernen von Fremdsprachen fördert auch die persönliche Entwicklung

UNICUM: Frau Hillig, wie viele Fremdsprachen sollten junge Menschen im Idealfall sprechen?
Charlotte Hillig: Drei Fremdsprachen wären viel – aber ideal. Also die Muttersprache plus drei Fremdsprachen. Zwei Fremdsprachen, sofern sie gut gesprochen werden, bringen einen sehr weit. Wenn man noch eine dritte Sprache dazu nehmen kann, dann ist man wirklich sehr gut aufgestellt.

Das hört sich erst einmal viel an – welchen Vorteil haben Studierende, die sich schon im Studium intensiv mit Fremdsprachen auseinandersetzen?
Die Internationalität ist ein ganz wichtiger Vorteil: Je mehr Sprachen jemand spricht, umso mehr Möglichkeiten eröffnen sich später auf dem Arbeitsmarkt. Es geht aber nicht nur um den Blick auf den Arbeitsmarkt, sondern auch um die persönliche Entwicklung. Eine Sprache nicht nur zu sprechen, sondern auch in dieser Sprache zu denken. Der interkulturelle Aspekt ist ein weiterer entscheidender Vorteil: Zu verstehen, was zwischen den Zeilen steht und wie der Geschäftspartner denkt. Diese Kompetenz muss erst gebildet und dann gefördert werden. Ist sie einmal vorhanden, öffnen sich viele Türen für die Zukunft.

Birgt das nicht im Studium eine zusätzliche Schwierigkeit?
Nur, wenn man es als Pflicht ansieht und nicht freiwillig macht. Im Idealfall wird nicht nur die Sprache erlernt, sondern auch in dem Land gelebt. Dadurch entsteht eine größere Motivation. Ein Beispiel unserer Studierenden: Wenn man im ersten Jahr in London studiert und Spanisch lernt, dann weiß man wofür – weil man ab dem zweiten Jahr in Spanien leben wird. Man möchte dort mit anderen Studierenden kommunizieren, möchte Freunde finden. Es geht darum, sich selber wohlzufühlen, wenn man im Ausland lebt. Durch diese Motivation empfinden die Studierenden das Erlernen einer Fremdsprache nicht als Belastung.

Welche Sprache muss es sein? "Man muss seine Nische finden!"

Glauben Sie, dass Unternehmen eher auf "klassische" Fremdsprachen Wert legen oder stellen sie lieber "Exoten" ein?
Das kommt ganz auf das Unternehmen und den Markt an. Das kann man nicht verallgemeinern. Wenn ich mich für ein Unternehmen bewerbe, das auf dem asiatischen Markt vertreten ist, dann kann ich mit Dänisch wahrscheinlich nicht viel anfangen. Man muss seine Nische finden. Meistens spricht man diese Sprache ja, weil man mit dem Land oder der Kultur bereits in Kontakt war.

Aber gerade die Wirtschaft wird ein Bereich sein, in dem es ohne gute Fremdsprachenkenntnisse nicht geht, oder?
Definitiv. Wirtschaft ist international. Englisch ist eine der Hauptwirtschaftssprachen, daneben sind etwa noch Mandarin oder Spanisch wichtig.

Fremdsprachen noch vor Praktika im Lebenslauf!

Ab was für einem Kenntnisgrad sollte man Fremdsprachenkenntnisse überhaupt in einer Bewerbung aufführen?
Wenn man ehrlich ist, kann man nichts falsch machen. Wenn jemand Französisch eben nur auf Einsteiger-Niveau (A1-2) spricht, dann kann er das genauso in eine Bewerbung schreiben. Vielleicht legt man noch ein Sprach-Diplom bei. Auf diese Weise muss man nicht lügen, man sollte aber auch nichts verstecken. Und man beweist damit, dass man Grundkenntnisse besitzt, die ausbaufähig sind.

Sollte man seine Fremdsprachenkenntnisse in der Bewerbung besonders hervortun?
Ja. Aus der Sicht eines Schülers ist der Lebenslauf meistens auf einer Seite zusammengefasst – ganz einfach, weil noch die Berufserfahrung fehlt. Ich rate in diesem Fall die Auslandserfahrungen und Fremdsprachen direkt nach der Schulausbildung und noch vor z. B. den Praktika oder Freizeitaktivitäten anzugeben. Fremdsprachenkenntnisse sollten definitiv nicht am Ende eines Lebenslaufs stehen.

Muss man sich bei internationalen Unternehmen im Vorstellungsgespräch darauf einstellen, dass zwischen den Sprachen gewechselt wird?
Ja, das ist gang und gäbe. Natürlich wird in Interviews regelmäßig getestet, ob die Angaben aus den Bewerbungsunterlagen stimmen. Insbesondere, wenn die Fremdsprachen ein wichtiger Bestandteil des Jobs sind.


Charlotte Hillig

Über unsere Expertin

Charlotte Hillig kümmert sich als Programm-Managerin Bachelor in Management (BSc) an der "ESCP Europe" in Berlin um die Belange internationaler Studierender. "Alle Studierenden der ESCP Europe müssen an 2-3 verschiedenen Standorten, in verschiedenen Ländern studieren. Die Studierenden werden in erster Linie in Englisch unterrichtet und haben zusätzlich Sprachkurse. An jedem Campus werden Kurse in der jeweiligen Campus-Sprache angeboten. In Berlin ist die Wahl beispielsweise freiwillig", erklärt sie das Konzept der Business School.

Gerade Studienanfänger aus Deutschland haben ihrer Erfahrung nach "oft schon gute Englischkenntnisse und meistens noch eine zweite Fremdsprache – Französisch oder Spanisch – auf B1-Niveau, die sie im Studium vertiefen und perfektionieren."

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