Zweite Ausbildung
Der Karriereweg kann dich auch durch ein Labyrinth führen | Foto: Thinkstock/LemonTreeImages

Ausbildung

 

Handelsfachwirt werden

Hast du das Zeug zum/zur Handelsfachwirt/in?

Du interessierst dich für einen kaufmännischen Beruf? Ein Ausbildungsabschluss allein ist dir zu wenig? Du willst später im Job von Anfang an Führungsaufgaben übernehmen? ... mehr »

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30. Jan 2017

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Ausbildung

Umwege erlaubt: Warum Karriere nicht gradlinig verlaufen muss!

Ein Studium: Viel zu theoretisch!?

Sebastian Krämer IKEA"Eigentlich wollte ich Psychologie studieren, was aufgrund meiner Schulnoten aber nicht möglich war. Daraufhin habe ich erst Maschinenbau und dann Mathe, Biologie und Sport auf Lehramt studiert. Beide Studiengänge habe ich aufgrund des fehlenden Praxisbezugs erfolgreich abgebrochen!" – Sebastian Krämer muss schon ein wenig schmunzeln, wenn er an seine ersten Schritte auf dem Weg ins Berufsleben denkt. Der heute 29-jährige Studienabbrecher ist mit seiner Entscheidung nicht alleine, durchschnittlich liegt die Abbruchquote an deutschen Universitäten bei über 30 Prozent.

Zu ihnen gehört auch Nis Heller, der ebenfalls ein Lehramts-Studium ohne Abschluss beendet hat – nach 12 Semestern! "Mir gefiel das Theoretische nicht. Da sitzt man stundenlang in Seminaren wie 'Mailänder Adelsfamilien im 14. Jahrhundert', weil man sie machen muss. Dabei will man doch Lehrer werden!" Nis gibt zu, dass ihm zudem die Selbststuktur und -organisation eines Studiums nicht lag.

Nach ihren Erfahrungen an der Hochschule war beiden klar, dass sie etwas anderes wollten. Und so entschieden sie sich – jeweils aus anderen Beweggründen – für eine Ausbildung zum Handelsfachwirt. "Ich wollte mir dadurch eine gewisse Strukturierung 'aufzwingen'", erklärt der mittlerweile 31-jährige Nis. "Eine Ausbildung bietet eine relativ klare Perspektive, ich hatte jedoch nicht das Gefühl, auf irgendetwas festgelegt zu sein." Sebastian ist während seines Freiwilligen Sozialen Jahres eine Broschüre von IKEA in die Hände gefallen, in der es um diesen Ausbildungsberuf ging: "Ich wollte schnell Verantwortung übernehmen und habe auch schon immer gerne mein damaliges Tennisteam als Mannschaftsführer begleitet. Dazu passte das Ausbildungsziel, im Anschluss als Führungskraft durchzustarten, perfekt!"

Studienabbrecher wählen oft eine Ausbildung – und sind damit nicht alleine

Nis Heller IKEADer Studienabbruch oder ihr Alter waren in den Vorstellungsgesprächen kein Thema – viele Auszubildende bei IKEA haben schon einmal studiert. Im Vordergrund steht hier mehr die Persönlichkeit des Bewerbers als die Noten. "Mir fiel sofort auf, dass man mit mir auf Augenhöhe und sehr wertschätzend kommuniziert hat," erinnert sich Sebastian. "Es herrscht eine starke Feedback-Kultur, die es mir ermöglicht hat, ständig auch an mir als Menschen zu arbeiten". 

Nis findet für seine Ausbildungszeit einen schönen Vergleich: "Bei anderen Unternehmen hatte ich den Eindruck, die Ausbildung ist eher ein Städtetrip: Man hat ein klares Reiseziel mit bestimmten Fixpunkten und wenn es vorbei ist, plant man den nächsten Urlaub. Im Vergleich dazu ist IKEA eher eine Weltreise, bei der man sich die Etappen immer wieder steckt, aber nie das Gefühl bekommt, dass die Reise ein Ende hat. Es kann jederzeit überall hingehen, wenn man denn möchte."

Einmal Australien und zurück

Dass es wirklich überall hingehen kann, dafür ist Sebastian Krämer der beste Beweis. Nach seiner Ausbildung ist er nach Australien aufgebrochen – und hat dort ebenfalls für IKEA gearbeitet: "Ich habe einfach ein Work-and-Holiday-Visa beantragt und bin unmittelbar nach der Ausbildung nach Melbourne geflogen. Dort angekommen habe ich mich bei der Personalabteilung vorgestellt und 48 Stunden später auf der anderen Seite der Welt für 6 Monate wieder Wohnzimmermöbel verkauft."

Seine wichtigste Erfahrung: Es ist wertvoll, den Mut aufzubringen und seine Komfortzone hinter sich zu lassen – "hier passiert nämlich der eigentliche Zauber". Nachdem sein Visum abgelaufen ist, ist Sebastian wie geplant nach Deutschland zurückgekehrt. Mit einem festen Ziel vor Augen: "Ich wollte unbedingt die Personalentwicklung bei IKEA kennenlernen und selbst Azubis und Handelsfachwirte bei ihrer Ausbildung begleiten. Eines der Einrichtungshäuser, in dem ich selbst einen Teil meiner Ausbildung zum Handelsfachwirt absolviert habe, hat mir diesen Quereinstieg ermöglicht."

Nach der Ausbildung ist vor der Ausbildung

Julia Wetendorf IKEAWährend Sebastian nun tatsächlich als Ausbilder und Nis als Teamassistent bei IKEA arbeiten, steckt die 23-jährige Julia Wetendorf noch mitten in ihrer Ausbildung. Ihrer zweiten: "Nach meiner Fachhochschulreife habe ich eine Ausbildung zur Bankkauffrau begonnen und auch abgeschlossen. Doch mir war sehr früh klar, dass dies nicht das war, was ich mein Leben lang machen wollte." Julia wollte einen Ausbildungsplatz, bei dem sie mit Kunden und dem Verkauf in Kontakt kommen konnte, der aber herausfordernder ist als der Beruf einer Einzelhandelskauffrau. Ihr Freund brachte sie letztendlich auf den richtigen Weg: "Wir schlenderten durch IKEA, als er mich fragte, warum ich denn nicht hier arbeiten wollte, wo ich doch das Unternehmen so liebte. Damit war die Idee in meinem Kopf."

Julia hat sich ebenfalls für eine Ausbildung zur Handelsfachwirtin entschieden und war überrascht, "wie viel Vertrauen mir hier entgegen gebracht wird und wie viel Verantwortung ich schon während meiner Ausbildung übernehmen darf. Man wird jeden Tag aufs Neue motiviert und die Aufgaben sind vielfältig".

Neben ihrer Arbeit in der Abteilung "Verstauen & Ordnen" schreibt die gebürtige Lübeckerin auch für den IKEA Ausbildungsblog, der damals auch ihren Wunsch verstärkt hat, bei dem Unternehmen zu arbeiten. "Ich liebe meinen Job und zeige das gerne. Ich möchte zeigen, wie toll die Ausbildung ist und Menschen helfen, zu erkennen, ob diese Ausbildung zu ihnen passt oder nicht."

Eine weitere Ausbildung oder ein Studium kommen für Julia nicht infrage, sie ist sich sicher, ihren Platz nun gefunden zu haben. Ins Ausland zu gehen, das kann sie sich allerdings ebenso wie Sebastian gut vorstellen: "Einen ersten Vorgeschmack darauf bekomme ich ja bald. Dann haben mein Jahrgang und ich die Chance, für drei Wochen in verschiedenen IKEA-Häusern in England arbeiten zu dürfen."

Für wen eignet sich die Handelsfachwirt-Ausbildung?

Julia, Sebastian und Nis beweisen, dass man nicht direkt nach der Schule wissen muss, wie der Karriere-Weg verlaufen soll. Und, dass es nie zu spät ist, sein Berufsleben in die perfekte Bahn zu lenken. Alle drei haben sich für die Ausbildung zum/zur Handelsfachwirt/in entschieden – doch eignet sie sich auch für dich? 

"Wichtig ist, dass Worte wie Engagement, Motivation und Begeisterung keine leeren Worthülsen in der Bewerbung bleiben", erklärt IKEA-Ausbilder Sebastian Krämer. "Richtig ist sicherlich auch derjenige, der eine facettenreiche Ausbildung an drei unterschiedlichen Standorten sucht, Herausforderungen mag und bereit ist, an sich selbst zu arbeiten."

Für Sebastian ist klar: "Man sollte auf jeden Fall aufgeschlossen sein, da man viele neue Leute kennenlernt und auch im ständigen Kontakt mit Kunden ist. Außerdem muss man ein gewisses Maß an Flexibilität mitbringen, zum einen wegen der Arbeitszeiten im Handel, zum anderen aber auch wegen der Haus- und Abteilungswechsel."

Wer auf Statussymbole Wert legt, ist seiner Meinung nach bei IKEA falsch am Platz. Schließlich ist Bescheidenheit einer der wichtigsten Werte in dem Unternehmen. Auch Julia fügt augenzwinkernd hinzu: "Wer kein Gelb tragen will, keine Kunden mag und auf die tollen Erfahrungen von drei verschiedenen Städten verzichten möchte, eignet sich vielleicht nicht unbedingt."


InfoKurz & kompakt: Die Handelsfachwirt-Ausbildung

  • Die Ausbildung vereint einen Abschluss in einem kaufmännischen Ausbildungberuf mit der weiteren Qualifizierung zum/zur Handelsfachwirt/in.
  • Sie ist die perfekte Vorbereitung, um später Führungsaufgaben in unterschiedlichen Bereichen des Handels übernehmen zu können.
  • Zu den typischen Job-Positionen für Handelsfachwirte gehören: Abteilungs- oder Filialleiter sowie Team- oder Projektleiter.
  • Voraussetzung sind das Abitur oder die Fachhochschulreife.

Beispiel: So sieht die Ausbildung bei IKEA aus

  • Bei IKEA beginnt der Handelsfachwirt mit der Ausbildung zum/zur Einzelhandelsmann /-frau, danach entscheiden sich die Auszubildenden nach und nach für "ihren" Bereich.
  • Zur Auswahl stehen: Verkauf, Logistik, Kundenservice, Recovery oder IKEA FOOD.
  • Bei IKEA hat man die Möglichkeit als Teamleiter in den genannten Bereichen zu starten.
  • Die Ausbildung dauert 33 Monate, führt dich durch 3 verschiedene Einrichtungshäuser und endet mit den zwei bereits genannten IHK-Abschlüssen sowie einem Ausbildereignungsschein.

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